„Wir wollen unsere Heimat in bestem Licht präsentieren”
PZ-Gespräch mit Bürgermeister Alexander Fuhr zur Bogenschützen-WM in Dahn
Dahn. Alle ziehen an einem Strang. Das freut Stadtbürgermeister Alexander Fuhr besonders. Bei den Vorbereitungen der Bogenschützen-WM hätten sich viele Dahner engagiert. Mit Fuhr sprach PZ-Mitarbeiter Peter Johann.
Stadtbürgermeister Alexander Fuhr freut sich auf die große Sportveranstaltung in Dahn. (Foto: Johann)
In Dahn fanden auch schon in den letzten Jahrzehnten größere sportliche Veranstaltungen wie Europameisterschaften oder Deutsche Meisterschaften statt. Die Weltmeisterschaft im Feldbogenschießen in der kommenden Woche, zu der 700 Bogenschützen aus 25 Ländern der Erde in die Wasgaustadt kommen, hat jedoch sowohl sportlich als auch organisatorisch eine weit größere Dimension. Welchen Stellenwert hat dieses Großereignisses aus Ihrer Sicht als Stadtbürgermeister? Fuhr: Sicherlich einen hohen. Zunächst ist jede Stadt stolz, wenn in ihren Mauern eine solche internationale Veranstaltung durchgeführt wird und man die Möglichkeit hat, seine eigene Gastfreundschaft beweisen zu dürfen. Mit den 700 Bogenschützen kommen zusätzlich deren Familien, Angehörige oder Freunde. Über 1000 Gäste werden allein durch die Weltmeisterschaft in Dahn sein. Wenn diese Besucher mit positiven Erlebnissen und Erinnerungen von Dahn in ihre Heimat zurückkehren, dann gewinnen wir dadurch Botschafter und Werbeträger für unsere Region in aller Welt. Hinzu kommt die überregionale Beachtung in unterschiedlichen Medien durch dieses Ereignis. Wir erhoffen uns einen positiven Werbeeffekt für die Stadt und das ganze Dahner Felsenland. Deshalb wollen wir unsere Heimat in bestem Licht präsentieren. Wie hoch schätzen Sie das Engagement von Dr. Franz Schreiner, dem Vorsitzenden der Dahner Bogenschützen, und seiner nicht allzu zahlreichen, dafür aber hoch motivierten Vereinsmitglieder ein? Fuhr: Franz Schreiner, das Organisationsteam und alle Mitstreiter haben eine unglaubliche Leistung vollbracht. Die Dahner Bogenschützen stehen mit dieser Weltmeisterschaft vor dem Höhepunkt ihrer bisherigen Vereinsgeschichte. Aus vielen gemeinsamen Gesprächen und Begegnungen weiß ich, wie umfangreich der Einsatz der Organisatoren ist und wie er bei einigen das Leben in den letzten beiden Jahren fast vollständig bestimmt hat. Wie sind aus Ihrer Sicht die Monate der Vorbereitung verlaufen? Fuhr: Wir haben sehr schnell erkannt, dass mit der Vorbereitung ein ganzer Berg an organisatorischen Fragen auch auf die Verwaltung und die Stadt zukommt. Wir haben in enger Abstimmung mit den Dahner Bogenschützen alle Fragen besprochen und geklärt. Die Vorbereitung lief partnerschaftlich und orientiert an dem gemeinsamen Ziel, einen reibungslosen Verlauf der Weltmeisterschaft zu gewährleisten und unsere Stadt und das Dahner Felsenland bestmöglich zu präsentieren. In welcher Form waren Sie als Stadtbürgermeister, Ihr Vorgänger Altbürgermeister Manfred Schreiner und die Verwaltung in die Vorbereitungen eingebunden? Fuhr: Die Bogenschützen wurden von meinem Vorgänger Manfred Schreiner bereits als Bewerber für die Ausrichtung der WM unterstützt. Ich habe damals mithelfen können, unseren Ministerpräsidenten Kurt Beck als Schirmherrn zu gewinnen. Es fand eine enge Abstimmung mit der ganzen Verwaltung, mit dem städtischen Bauhof, den Werken der Verbandsgemeinde, mit Polizei, Forst und Burgenverwaltung statt. Ich kann nur das große Engagement aller Beteiligten loben. Wie hoch schätzen Sie die Kosten, die die Stadt Dahn und damit ihre Bürger für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft tragen? Fuhr: Zunächst stellt die Stadt Dahn den Bogenschützen stadteigene Räumlichkeiten in der "Pfaffendölle" bereits seit Mitte der 70er Jahre zur Verfügung. Diese Räumlichkeiten wurden von den Bogenschützen in der Vergangenheit mehrfach saniert. Im vergangenen Dezember wurde durch Abschluss eines Erbbauvertrages zwischen der Stadt und dem Verein eine rechtlich angemessene und zukunftsweisende Grundlage für die Nutzung der Halle geschaffen. Zu den Kosten der Veranstaltung: der Stadtrat hat beschlossen, dass die Stadt Dahn bereit ist, im Falle eines Defizits bei der Durchführung der Weltmeisterschaft einen Betrag von bis zu 5000 Euro zu übernehmen. Der Stadtrat hat in seinem Beschluss ausdrücklich festgestellt, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handelt, aus der kein Anspruch für künftige Veranstaltungen und Veranstalter hergeleitet werden kann. Diese Summe ist im Haushalt der Stadt bereitgestellt worden. Zudem hat der Stadtrat unter meinem Vorgänger Manfred Schreiner beschlossen, das Haus des Gastes und den Kurpark kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dies gilt für die Dauer der Weltmeisterschaft. Wie zu hören ist, haben die Stadtarbeiter im Dahner Bauhof während der Weltmeisterschaft eine Urlaubssperre. Stehen auch Sie und die Verbandsgemeindeverwaltung in dieser Zeit in erhöhter Alarmbereitschaft? Fuhr: Wir wollen alle, dass die Weltmeisterschaft reibungslos verläuft. Dafür haben viele in der Verwaltung, wie gesagt, bereits im Vorfeld tatkräftig gearbeitet. Selbstverständlich stehen auch die Verwaltung, Bürgermeister Wolfgang Bambey und die ganze Stadtspitze während der Weltmeisterschaft bereit, um zu helfen wo es nötig ist. Die Dahner Bogenschützen allein wären sicherlich nicht in der Lage, das ganze Drumherum um eine solche Großveranstaltung zu schultern. Sie können sich aber, und das war sicherlich nicht von vorneherein zu erwarten, jedoch auf die Unterstützung anderer Vereine aus Dahn und von Helfern verlassen, die spontan ihre Hilfe zugesagt hatten. Hoffen Sie in dieser Hinsicht, dass die Dahner auch bei anderen Anlässen etwa im täglichen Leben nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" näher zusammenrücken? Fuhr: Die Welle der Solidarität und die große Hilfsbereitschaft, die die Bogenschützen aus den Dahner Vereinen und der Dahner Bevölkerung erfahren, ist etwas, das mich als Stadtbürgermeister sehr stolz macht auf meine Heimatstadt. Sie zeugen von einer lebendigen Gemeinschaft. Das kann in unserer Stadt auch im täglichen Leben kein Schaden sein. (oha)
© Copyright Pirmasenser Zeitung • Freitag, 30. Juli 2010