In die Fasnacht abgetaucht
Die Jubiläumssitzung des CVP endet mit einem Heiratsantrag
Von PZ-Mitarbeiter Erik Stegner - "Tief eingebettet im Ozean, liegt das sagenumwobene Atlantis. " Am Samstagabend durften die 500 Besucher in der ausverkauften Festhalle zu dem geheimnisvollen Ort abtauchen, den ihnen der 1.
Carnevalsverein Pirmasens (CVP) zur Jubiläums-Prunksitzung als Dekoration auf die Bühne zauberte. Fünfmal elf Jahre feiern die Pirmasenser Fasnachter in diesem Jahr. Entsprechend des freudigen Anlasses, hatten sich die Organisatoren um den neuen Sitzungspräsidenten Heinrich Schaaf, bei der Zusammenstellung des Programms mächtig ins Zeug gelegt. Doch, die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben. Nach dem letzten Auftritt der Dancing Queens (CVP), nahm Bühnenhelfer Thomas Mayer sein Herz und das Mikrofon in die Hand, und unterbreitete seiner mittanzenden Freundin Simone Mayer auf Knien einen Heiratsantrag. "Ja, ich will!", schluchzte die zukünftige Gattin mit Freudentränen auf der Bühne, ehe sich ihre Kolleginnen zur Gratulation auf sie stürzten. Es war ein würdiger Abschluss eines besonderen Abends, bei dem die Macher ein Händchen für die richtige Mischung bewiesen. Trotz des sechsstündigen Mammutprogramms, wurde es nie langweilig. Eine Klasse für sich waren die Büttenreden, bei denen der fernseherprobte "Hausmeischder" Willi Jost (Neunkirchen) herausstach. Improvisation ist sein Markenzeichen. Seine teilweise derben Sprüche kamen wie aus der Kanone geschossen. Dem Publikum gefiel seine grobe Art. Erst nach einer Zugabe und drei donnernden Raketen, durfte der Saarländer von der Bühne. Gefürchtet ist bei den Lokalpolitikern die spitze Zunge von Landgraf Ludwig IX., alias CVP-Präsident Karl Schütz. Gewohnt kritisch beleuchtete er die Ereignisse im vergangenen Jahr "Mir losse uns Bärmesens vum Fernseh net schlechtredde", betonte der Landgraf. "Bärmesenser zu sinn, des is kä Schand." Im Pfälzerwald lebe es sich nicht schlecht. Müllkalender, Messepleite, Robert-Schelp-Kreisel (Triller), Dynamikum, November-Markt, Rodalber Straße und alte Post bekamen ihr Fett weg. Einen Vorschlag zur Güte unterbreitete der Landgraf wegen der fehlenden Umgehung in Niedersimten. "Alle Inwohner uff de Berg - un dann es Tal zuschiebe bis zur Kerch." Den Anfang bei den Tänzern machten die CVP-Gänsebliemscher, danach trat Fabienne Kopp (Miesebacher Vielläppcher) mit ihrem Dackel in die Bütt, gefolgt von den Fünkchen (CVP). Nicht ganz jugendfrei ging Manfred Rinner, als der französische Adlige vom CVP, mit seiner Zeitungsbekanntschaft (Ilse Graf) um."Mon cherie mon Amour", busselte es auf der Bühne und auch der prickelnde Sekt durfte natürlich nicht fehlen. Pech hatte Funkenmariechen Anna Christin Glöckner, die ihren Auftritt wegen eines Muskelfaserrisses abbrechen musste. Orientalisch wurde es bei den Farascha-Teens. Rasant die Pirmasenser und Miesenbacher Rot-Weißen Funken. De Verbaute und Versaute (KV Zweibrücken), sorgten für "coole" Lacher. De Maddin (Martin Berberich aus Annweiler) berichtete vom Opa. Ein Blickfang waren die Kostüme der Traumtänzer (Bobenheim-Roxheim) und die Vorführung der Barbies "Venezia". Voller Bewegung und kunterbunt: "Der Schuh des Manitu" (Vielläppcher Girls and Boys) und "Best of Maniacs" aus Spiesen. Für ausgelassene Stimmung im Saal sorgte das Katastrophen-Orchester mit handgemachtem Rock`n Roll. "Vergesst Jonny Deep und Brad Pitt", riet Huber Reichmann, der schönste Mann aus Kaiserslautern im Tigerslip. Der Hofnarr Andreas Franz tat zur Bundespolitik seine Meinung kund. Mit Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis hatte er sich einen Helfer aus dem Publikum ausgesucht, der ihm mit der mitgebrachten Laterne den Weg leuchtete. Es Karlche (Manfred Hüther aus Donsieders) riss Witze mit Nutellabrot in der Hand. Am Ende der Veranstaltung stand das große Finale, bei dem alle beteiligten Aktiven zu dem Lied "Heut is so ein schöner Tag", bunte Luftballone im Saal verteilten.
© Copyright Pirmasenser Zeitung • Montag, 08. Februar 2010