Stadt plant mit Seniorenbörse
Jeder kann mitmachen - Abschlussbericht zur Seniorenplanung liegt vor

Den Abschlussbericht zur Seniorenplanung in Pirmasens hat gestern Abend die Kaiserslauterer Professorin Annette Spellerberg vor 70 älteren Menschen im Carolinensaal vorgestellt. Ein Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung: In Pirmasens soll eine Seniorenbörse aufgebaut werden.

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Wenn sich eine ausreichende Zahl von Teilnehmern findet, soll nach den Vorstellungen des städtischen Seniorenbeauftragten Peter Riegel unter anderem ein Begleitdienst für ältere Menschen eingerichtet werden. Weiter ist vorgesehen, dass die Ehrenamtlichen vorlesen, Spaziergänge mit den Senioren unternehmen und sie eventuell bei der Pflege ihres Haustiers oder Vorgärtchens unterstützen. Riegel appellierte, es sollten sich möglichst viele Menschen "in den Dienst dieser guten Sache stellen". Interessierte könnten sich beim Seniorenbüro im Haus Meinberg melden. Mitmachen dürfe jeder. Von einer Mitarbeiterin ließ er noch gestern im Carolinensaal unter den Zuhörern Teilnahmekarten verteilen. Professor Spellerberg stufte die Erfolgsaussichten des Projekts als gut ein, denn 36 Prozent der 2000 Befragten seien schon als Ehrenamtler tätig, weitere sechs Prozent könnten sich dies vorstellen. Ein zentrales Ergebnis der Studie sei, dass die Menschen auch im Alter in den eigenen vier Wänden möglichst in der Nähe ihrer Kinder leben wollten. Daher seien in den nächsten Jahren sehr hohe Investitionen erforderlich, um diesem Wunsch gerecht zu werden und Pirmasens zu einer seniorenfreundlichen Stadt auszubauen, betonte die Wissenschaftlerin, die an der Universität Kaiserslautern Stadtsoziologie lehrt. Außerdem beklagten Senioren auf dem Horeb und in den meisten Vororten über teilweise erhebliche Mängel in der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Die älteren Menschen auf dem Horeb wünschen sich auch eine bessere Anbindung an die städtischen Buslinien. Vor allem in der Innenstadt klagten die Befragten über schmutzige Straßen, Gehsteige und öffentliche Plätze. Generell wünschen sich die Älteren mehr Bänke, um auch mal eine Verschnaufpause einlegen zu können und auch Unterstützung von der Nachbarschaft. Wie Gustav Rothhaar vom Amt für soziale Sicherung berichtete, stünden zum Beispiel in Gersbach eine Truppe von Freiwilligen in den Startlöchern, um wie gewünscht die Wanderwege besser zu markieren. Um die punktuellen Probleme bei der Nahversorgung zu beheben, würden derzeit mehrere Modelle geprüft. Eine Zuhörerin beklagt, dass vor allem russlanddeutsche Senioren in Pirmasens kaum integriert seien. Riegel entgegnete, die Eingliederung sei ein langwieriger Prozess. Die Stadt werde aber Anstrengungen unternehmen, um das Problem zu lösen. Spellerbergs Mitarbeiterin Pia Krickel hatte ergänzend zur Befragung und den Zukunftswerkstätten noch 21 lokale Experten befragt. Ihre Einschätzungen decken sich weitgehend mit den anderen Ergebnissen. So wird die derzeitige Situation für Pirmasenser Senioren als positiv bewertet. Die Experten wünschen sich aber auch mehr generationenübergreifende Angebote und den Ausbau von Tages- und Nachtpflege. Der gesamte Abschlussbericht kann übers Internet heruntergeladen werden. www.spellerberg-stadtsoziologie.de
© Copyright Pirmasenser Zeitung • Mittwoch, 10. März 2010



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