Profine stellt 170 Leute ein
Darunter sind 120 Leiharbeiter - Sondereffekt auf dem Arbeitsmarkt
Sondereffekt am Arbeitsmarkt in der Stadt Pirmasens dank Profine-Kömmerling. Weil eine Zeitarbeitsfirma für das Unternehmen 120 Leute angeheuert hat, ist auch im Juli die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 13,2 Prozent zurückgegangen.
Dank guter Auftragslage stellt Kunststoff-Profilhersteller Profine Leiharbeiter im Werk an der Zweibrücker Straße ein. (Foto: Archiv/Reiser)
Davon profitierten insbesondere Langzeitarbeitslose, freute sich Armin Schätter, der Leiter der Arbeitsagentur in der Schachenstraße. Der Profine-Sprecher Martin Schweppenhäuser teilte auf Anfrage mit, dass das Unternehmen derzeit einen erhöhten Auftragseingang abarbeitet. Aufgrund der Verlagerung der Produktion von Troisdorf nach Pirmasens gebe es außerdem einen Mehrbedarf an Personal im gewerblichen Bereich. Deshalb habe das Unternehmen auf etwa 120 Leiharbeiter zurückgegriffen. Prognosen zu der weiteren Entwicklung der Aufträge wollte Schweppenhäuser aber nicht machen. Betriebsratsvorsitzender Klaus Maier teilte gestern Abend ergänzend mit, dass das Unternehmen in den vergangenen Wochen auch 50 Facharbeiter unbefristet eingestellt habe. Nach seinen Angaben sind derzeit etwa 1250 Menschen bei Profine-Kömmerling beschäftigt. Trotz des Profine-Effekts hat die Stadt Pirmasens weiterhin die höchste Arbeitslosenquote im Land hinter Kaiserslautern mit 10,8 Prozent. Im Agenturbezirk hat sich dagegen der Aufschwung erwartungsgemäß während der Ferienzeit nicht fortgesetzt. Im Landkreis stieg die Arbeitslosigkeit um 0,3 Punkte auf5,6 Prozent. 2990 Menschen sind derzeit ohne Arbeitsplatz. In Zweibrücken sind 1520 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Die Quote stieg um 0,2 Punkte auf 8,6 Prozent. Zahlreiche junge Menschen seien nach ihrer Lehre nicht übernommen worden und hätten sich daher wie schon im Juni in den vergangenen vier Wochen arbeitslos gemeldet, bedauerte Schätter. Aufgrund der Ferien seien die Betriebe auch bei Neueinstellungen zurückhaltender. "Das führt jedes Jahr zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit über die Sommermonate und kommt für uns daher nicht überraschend", kommentierte Armin Schätter die aktuelle Lage. Die Arbeitslosenquote stieg im Juli um 0,2 Punkte auf acht Prozent. Derzeit sind in Pirmasens, dem Kreis und Zweibrücken insgesamt 7180 (plus 150) Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das sind 6,8 Prozent oder 520 weniger als vor einem Jahr. Im Juli meldeten sich 2090 Menschen neu arbeitslos, 570 mehr als im Juni. Auf der anderen Seite fanden 1920 Erwerbslose nach den amtlichen Zahlen wieder eine Beschäftigung. Auch bei den offenen Stellen macht sich das Sommerloch bemerkbar. Mit 320 Angeboten gingen 120 weniger als im Juni bei der Agentur ein. Im Juni und Juli zeigten außerdem elf Betriebe für 150 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Die Unterbeschäftigungsquote ging leicht auf 10,3 Prozent beziehungsweise 9440 Personen zurück. Dazu gehören Menschen, die in der Statistik nicht auftauchen, aber von der Agentur sowie den Job-Börsen betreut werden, weil sie sich beispielsweise qualifizieren, als Ein-Euro-Jobber arbeiten oder auch krank sind. (pio)
© Copyright Pirmasenser Zeitung • Freitag, 30. Juli 2010