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Lokalsport 29.06.2017

Abpfiff für Regionalliga-Pläne

Fußball: FKP verzichtet auf Klage – Frustrierter Andreas Ring tritt als Präsident ab

Der FK Pirmasens gibt sich juristisch geschlagen und verzichtet im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga auf eine Klage vor dem Ständigen Schiedsgericht. Doch das war noch längst nicht alles. Bei der FKP-Pressekonferenz gab es viel Sprengstoff.

Die Bombe platzte um 16.27 Uhr, als FKP-Präsident Andreas Ring (57) mit bebender Stimme sagte: „Ich trete von meinem Amt als Präsident zurück!“ Sechs Minuten zuvor erklärte FKP-Jurist, Rechtsanwalt Christopher Bold aus Ludwigsburg, dass der künftige Fußball-Oberligist auf eine Klage vor dem Ständigen Schiedsgericht verzichten wird. Die Gründe: Mindestens rund 30 000 Euro Prozesskosten und wenig Aussicht auf einen juristischen Erfolg. Der Sport-Rechtler: „Die Praxis bei einem Sportgerichtsverfahren ist in der Regel so, dass die vorherige Entscheidung bestätigt wird.“
Bekanntlich hatte in der vergangenen Woche zuerst die Regionalliga-Spielkommission und 48 Stunden später die Regionalliga-Gesellschafter die FKP-Beschwerde gegen den Abstieg, sowie den Antrag auf Liga-Aufstockung mit 20 Mannschaften als rechtlich nicht haltbar, abgelehnt (die PZ berichtete mehrfach).
Der FKP rief und alle kamen: Punkt 16.03 Uhr begann die medial bundesweit begleitete FKP-Pressekonferenz. Auf dem Podium: die beiden Präsidenten Karsten Volberg und Andreas Ring, sowie Rechtsanwalt Christopher Bold. Unter den Medienvertretern: Sky, der Südwestrundfunk, Radio RPR, Fußball-Bild und Bild.
Karsten Volberg eröffnete die Pressekonferenz und ließ das Geschehene nochmals Revue passieren, berichtete aber auch, dass der FK Pirmasens derzeit etwa 800 Mitglieder hat, einen Gesamtetat von 700 000 Euro aufweist (500 000 Euro davon für die beiden aktiven Mannschaften), sämtliche Jugendmannschaften, teils doppelt, besetzt hat und zwei aktive Teams, jetzt in der Oberliga und Verbandsliga am Spielbetrieb teilnehmen. Karsten Volberg: „Wir verkörpern die Tugenden, die der DFB immer fordert.“ Schließlich ging Karsten Volberg auch auf das Thema Insolvenz Hessen Kassel und die bei der Regionalliga Südwest GbR eingelegte Beschwerde ein. Sein Fazit: „Wir fühlen uns verschaukelt.“
Dieses Gefühl wurde vor allem in dem Moment, als diese Woche bekannt wurde, dass die chinesische U 20-Olympiamannschaft in der neuen Saison als Team Nummer 20 die Regionalliga auffüllt. Rückblende: Der FKP hatte den Funktionären vorgeschlagen, die Liga mit „der Klub“ auf 20 Teams aufzustocken. Diese wurde unter anderem mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Belastung mit Meisterschafts- und Pokalspielen schon jetzt fast zu viel sei.
Rechtsanwalt Christopher Bold ging ebenfalls nochmals auf die Beschwerde, aber auch auf die Liga-Spielordnung, insbesondere auf den Paragraphen 6, der das Thema „Insolvenz“ regelt, ein. Der Jurist betonte: „Wir müssen den Beweis führen, dass Hessen Kassel bereits im April oder Mai zahlungsunfähig war. Das ist für uns unmöglich.“ Denn Einblick in Akten bleiben dem Anwalt verwehrt. Und außerdem werde das Insolvenzrecht bei Vereinen weniger strikt angewendet.
Als Dritter ergriff Andreas Ring das Wort. Er wurde sehr emotional, sprach unter anderem von „einer Bankrotterklärung“ und „einer Ohrfeige für kleine Vereine“ und zeigte sich darüber sehr enttäuscht, dass keiner der Regionalliga-Geschäftsführung ein persönliches Gespräch mit dem FKP-Präsidium führte. „Wir sind die Deppen der Nation“, betonte Andreas Ring in seiner Enttäuschung und verkündete schließlich seinen bereits vor Tagen in der PZ angekündigten Rücktritt. Diesen setzt er aber erst bei den nächsten Wahlen, die noch dieses Jahr stattfinden, um. „Dann stehe ich nicht mehr zur Verfügung“, sagte er. Mit solchen Leuten wolle er nichts mehr zu tun haben, sagte er in Richtung der Funktionäre. Die hätten gegen den FKP entschieden, „aber dann für den prall gefüllten Geldsack aus Asien“. Einzig etwas trösten konnte ihn die Solidarität, die der FKP in den letzten Tagen und Wochen in ganz Deutschland erfahren habe. (db/gök)