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Wirtschaft 07.10.2017

Air Berlin verlängert erneut Bieterfrist

Interessenten erhalten mehr Zeit

Der Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin zieht sich hin. Die Angebotsfrist für die Techniksparte wurde zum zweiten Mal verlängert.

Angebote sind nun noch bis zur übernächsten Woche möglich, wie ein Sprecher sagte. Ursprünglich sollte die Frist Mitte September enden, dann am gestrigen Freitag.
Neue Angaben zu vorliegenden Angeboten machte das Unternehmen nicht. Der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus hatte im September von insgesamt drei Offerten gesprochen. Bekannt ist, dass der Berliner Logistiker Zeitfracht das Technikgeschäft weiterführen will.
Noch steht allerdings der Verkauf des Flugbetriebs der Air Berlin aus. Wer die Technik übernehmen will, kann daher nicht sicher sein, dass dieser Bereich auch seine Wartungsaufträge behält. Damit hatte Air Berlin schon die erste Bieterfrist-Verlängerung für die Technik begründet, nun auch die zweite. „So ermöglichen wir den Bietern, sich ein genaueres Bild vom Verlauf des Vergabeverfahrens für die Air Berlin zu machen und dementsprechend ihre Angebote für die Air-Berlin-Technik zuzuschneiden“, erklärte der Firmensprecher gestern weiter.
Die bisher zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit insgesamt mehr als 8 000 Beschäftigten hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Vorerst geht der Flugbetrieb weiter, weil der Bund mit einem Kredit einsprang.
Kebekus und Vorstandschef Thomas Winkelmann verhandeln mit der Lufthansa und mit Easyjet über den Verkauf, das Geschäft soll bis zum kommenden Donnerstag unter Dach und Fach gebracht werden. Die Lufthansa will insgesamt 93 der noch 134 Flugzeuge übernehmen, Easyjet hat Interesse an 27 bis 30 Maschinen.
Ein Sprecher von Zeitfracht kündigte für die Technik ein modifiziertes Angebot an. Ursprünglich hatte das Logistikunternehmen auch an Teilen des Flugbetriebs Interesse gezeigt. Neben der Technik will Zeitfracht den Air-Berlin-eigenen Frachtraumvermittler Leisure Cargo übernehmen.
Die Technik-Tochter der Air Berlin mit etwa 1 500 Beschäftigten wartet die konzerneigenen Flugzeuge sowie Maschinen anderer Fluggesellschaften. Wichtigste Standorte sind Berlin, Düsseldorf und München. (dpa)