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Landkreis Südwestpfalz 07.02.2018

Dahn: Narren feiern im Festzelt statt im Zirkuszelt

Karnevalverein „Elwetritsche“ als neuer Veranstalter hat kein Vertrauen in bisherigen Verleiher

In diesem Jahr wird im Dahner Gewerbegebiet in einem Festzelt statt im Zirkuszelt Fasnacht gefeiert. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. (Foto: B. Meyer)

Wenn morgen, Donnerstag, im Dahner Gewerbegebiet „Neudahn 1“ wieder Altweiberfasnacht gefeiert wird, dann ist etwas anders als in den vergangenen Jahren: Fasnacht im Zirkuszelt gehört dann der Vergangenheit an, Fasnacht im Festzelt ist die Wirklichkeit.

SüDWESTPFALZ. Rückblick: Im vergangenen Jahr sorgte Sturmtief „Thomas“ dafür, dass die Altweiberfasnacht nicht im Zirkuszelt stattfand. Der Förderverein des FC Dahn als Veranstalter zog kurzfristig nach Pirmasens ins Quasimodo um. Ein logistischer Kraftakt, der am Ende aber nicht belohnt wurde. Der Förderverein erlitt einen erheblichen finanziellen Verlust. „Nicht nur finanziell, auch moralisch waren wir gebeutelt“, erinnert sich Dieter Radtke, der Vorsitzende des Fördervereins. Deshalb stand kurze Zeit später für die Verantwortlichen fest, dass eine solche Veranstaltung nicht mehr zu stemmen sei. „Das Risiko ist einfach zu hoch“, so Radtke.
Ein Entschluss, der auch den Karnevalverein „Elwetritsche“ (KVE) Dahn vor Schwierigkeiten stellte, schließlich hat dieser immer am Samstag nach der Altweiberfasnacht sein „Guggemusikfestival“ im Zirkuszelt ausgerichtet. „Nur für einen Abend ein Zelt aufzubauen, das hätte sich kostenmäßig nicht rentiert“, erklärt KVE-Vorsitzender Frank Burkhard. Und weil der Karnevalverein mit dem Erlös des Guggemusikfestivals einen Großteil der Kosten des Fasnachtsumzugs durch die Dahner Innenstadt am Sonntag finanziert, musste eine Lösung gefunden werden. Schnell sei klar gewesen, dass der Karnevalverein auch noch die gesamte Organisation an Altweiberfasnacht übernehmen wird, berichtet Burkhard.
Aber mit dieser Entscheidung wurde auch das Aus für das Zirkuszelt und seinen Verleiher Jakel Bossert besiegelt. „Die Mehrheit im Vorstand hatte kein Vertrauen in den bisherigen Verleiher“, informiert Burkhard, der betont, dass hierfür aber nicht der Ausfall im vergangenen Jahr ausschlaggebend war. Nach PZ-Informationen war die Zuverlässigkeit Bosserts ausschlaggebend. So gab es in der Regel immer wieder Probleme mit der Stadt Dahn, die Besitzer des Festplatzes ist. Bossert ließ das Zelt nach den Veranstaltungen länger stehen als von der Stadt genehmigt. Diese wendete sich dann an den Karnevalverein mit der Aufforderung, für die Räumung zu sorgen. Zudem gab es auch Reibereien beim Aufbau, weil das Zelt meist erst kurz vor Veranstaltungsbeginn dekoriert und eingerichtet werden konnte.
Anders sieht das Bossert, der zunächst nur sagt, dass man sich auseinander gelebt habe, dann aber doch seine Enttäuschung über den Wechsel deutlich macht. „Es war meine Idee: Fasnacht im Zirkuszelt. Ich hab das 20 Jahre gemacht“, so Bossert. Der günstige Mietpreis sei unter anderem nur möglich gewesen, weil er länger auf dem Platz bleiben und mit weniger Personal abbauen konnte. Auch die Vorkommnisse im vergangenen Jahr nagen noch immer an ihm. „Ich habe massive Anfeindungen bekommen. Sowohl an Altweiberfasching selbst, aber auch danach“, sagt Bossert, der nun sein Zelt über Fasnacht in Bayern aufgeschlagen hat. Hierfür habe er Anfang Dezember, nachdem sich abzeichnete, dass keine Buchung für Dahn kommt, zugesagt.
„In Dahn stand das Zelt, weil es mein ’Baby’ war und ich mich als Hauptsponsor sah, für den halben Preis. Finanziell gesehen ist das sogar eine Verbesserung“, stellt Bossert klar.
An eine Verschlechterung der beiden Veranstaltungen, weil sie nicht mehr im Zirkuszelt stattfinden, glauben Radtke und Burkhard nicht. „Es hat vielleicht einen anderen Charakter, aber sonst bleibt ja alles gleich“, so Burkhard über das Festzelt, das der neue Verleiher aus Frankreich bereits in der vergangenen Woche aufbaute. „Der Aufbau ging zügig und im Gegensatz zu den letzten Jahren mussten wir den Boden nicht selbst verlegen“, merkt der KVE-Vorsitzende an.
Verständnis zeigt Burkhard für den Rückzug des Fördervereins: „Die Auflagen seitens der Kreisverwaltung werden immer höher. Deshalb wundert es mich nicht, dass der Förderverein das Risiko scheut“. Ein Risiko, das der Karnevalverein eingeht. „Allein die Versicherungsprämie ist wegen einer Sturmversicherung dreimal so hoch“, rechnet Burkhard vor. Für den Förderverein bedeutet der Rückzieher aber nicht das endgültige Aus bei der Dahner Fasnacht. „Wir übernehmen am Donnerstag, wie immer, mit unseren Helfern den Getränkeausschank“, informiert Radtke, der sich auf die Zusammenarbeit mit dem KVE, bei dem er Sitzungspräsident ist, freut: „Die Chemie zwischen beiden Vereinen stimmt“.
Bossert unterdessen kündigte an, dass er im kommenden Jahr Fasnacht im Zirkuszelt in der Stadt Pirmasens durchführen wird. (bam)