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Sport 06.10.2017

DFB-Team löst das WM-Ticket

Tore durch Rudy, Wagner und Kimmich beim 3:1-Erfolg in Nordirland

Mit weltmeisterlicher Souveränität hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihren Siegeszug fortgesetzt und das Ticket für Russland 2018 gelöst.

BELFAST. Im von Bundestrainer Joachim Löw zum „Finale“ ausgerufenen Duell wurden Nordirlands Defensivexperten beim 3:1 (2:0) gestern Abend schnell entzaubert. Sebastian Rudy (2. Minute) mit seinem Premierentreffer und der herausragende Sandro Wagner (21.) sorgten vor 18 104 Zuschauern im ausverkauften Windsor Park von Belfast schnell für klare Verhältnisse. Joshua Kimmich komplettierte mit seinem Volley-Tor (86.) den neunten Sieg im neunten Spiel der WM-Qualifikation. Josh Magennis (90.+2) gelang nur noch der Ehrentreffer für Nordirland.
Im letzten Spiel in der Gruppe C am Sonntag in Kaiserslautern gegen Aserbaidschan kann die DFB-Auswahl erstmals seit 36 Jahren eine makellose WM-Qualifikation perfekt machen. Löw kann schon jetzt mit den Feinplanungen für den Angriff auf den nächsten Titel im kommenden Sommer beginnen.
Trotz der Ausfälle von einem halben Dutzend Stammkräfte wie Torwart Manuel Neuer, Mesut Özil, Sami Khedira, Jonas Hector, Mario Gomez oder Timo Werner dominierten Kapitän Thomas Müller und Co. die Nordiren. Etwas überraschend hatte Löw den Hoffenheimer Wagner in die Startelf befördert – was sich als perfekter Schachzug erwies.
Der Wucht des 1,94 Meter großen Angreifers hatten die Nordiren nur wenig entgegenzusetzen. Nach dem frühen Traumtor durch Rudy nach nur 77 Sekunden sorgte Wagner immer wieder für Gefahr. Zunächst rettete Schlussmann Michael McGovern reaktionsschnell (5.), dann traf Wagner per Kopfball nach Flanke von Kimmich nur den Pfosten (17.).
Vier Minuten später jedoch war McGovern erneut ohne Chance. Nach Zuspiel von Kapitän Thomas Müller drehte sich Wagner geschickt um die eigene Achse und traf mit dem linken Fuß unhaltbar zum 2:0 für die DFB-Elf. Mit einem souveränen Auftritt von der ersten Minute an verschafften sich die Deutschen Respekt und sorgten im Windsor-Park von Belfast für einen Stimmungsdämpfer bei den Fans. Löw verfolgte das erstaunlich einseitige Geschehen entspannt am Spielfeldrand. So hatte er sich den Abend nur wünschen können. Im von ihm als „Finale“ bezeichneten Spiel sah er einen Klassenunterschied zwischen dem Ersten und Zweiten der Gruppe C.
Die Hintermannschaft mit Jérôme Boateng, der sein erstes Länderspiel seit einem Jahr bestritt, und seinem Bayern-Kollegen Mats Hummels, der im Zentrum als unumstrittener Abwehrchef die Kommandos gab, stand sicher. Nur einmal kamen die Nordiren in der ersten Hälfte gefährlich vor das Tor von Marc-André ter Stegen. Der Barcelona-Keeper rettete in der 40. Minute per Fußabwehr gegen Corry Evans, nachdem Kimmich ausgerutscht war.
Ansonsten zählte Kimmich auf der rechten Außenbahn zu den stärksten Akteuren. Der 22-Jährige war einer von fünf Bayern-Profis in Löws Startelf. Sollten die Münchner in der Krise sein – Kimmich steckte an diesem Abend nicht in selbiger. Und auch die anderen vier Bayern (Boateng, Hummels, Rudy, Müller) spielten souverän-solide, nur Müller hatte zu Beginn mit ein paar Schludrigkeiten im Abspiel zu kämpfen.
Erst nach dem Wechsel wurden die Gastgeber etwas mutiger und aktiver in der Offensive. Conor McLaughlin versuchte es über rechts, seine Hereingabe landete aber genau in den Armen des sicheren ter Stegen (54.). Insgesamt war die Löw-Auswahl auch in der etwas verhalteneren zweiten Halbzeit eine Nummer zu groß für die Briten. Müller hätte nach feiner Wagner-Flanke mit dem 3:0 alles klar machen können, doch McGovern lenkte den Kopfball noch mit einem Klasse-Reflex um den Pfosten (51.).
Einen brenzligen Moment überstanden die Gäste in der 77. Minute: Josh Magennis spielte Hummels und Boateng aus, Conor Washington traf nur die Latte. Trotz dieser kleinen Nachlässigkeit verteidigten die Deutschen ihren Vorsprung aber professionell. Der eingewechselte Leroy Sané schoss knapp drüber (81.), Kimmich setzte schließlich mit einem Volleyschuss ins kurze Eck das I-Tüpfelchen auf seine sehr gute Leistung.