Anzeige FlixBus 9€ Aktion

PZ-Sonderthemen

PZ-Kur 2017

Bildergalerie

Das Wetter heute

Digitales Probeabo

Heimat-Jahrbuch / Heimatkalender

JUPI 2017

Sonderveröffentlichungen B 10

Telefonsuche

Landkreis Südwestpfalz 20.03.2017

Die Feuerwehren im Landkreis haben Nachwuchssorgen

Immer weniger Jugendfeuerwehrleute – Kreisfeuerwehrverband tagte

. Sorgen macht dem Kreisfeuerwehrverband (KFV) Südwestpfalz der Nachwuchs. Das wurde bei der 40. Delegiertenversammlung am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus Höhfröschen deutlich. Auch wenn die Zahl der Jugendfeuerwehren im Landkreis mit 47 konstant geblieben sei, sagte die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin Carmen Schefsky, sei die durchschnittliche Zahl der Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren rückläufig.

398 Mitglieder zählen die Jugendfeuerwehren, zehn weniger als vor einem Jahr. Zum ersten Mal seit 1992 wurden die 400 unterschritten, so Schefsky. Manche Jugendfeuerwehren in den Orten – die Hälfte klagen über Nachwuchssorgen – hätten sogar weniger als fünf Mitglieder.
Angesprochen wurde in diesem Zusammenhang das Fehlen von Feuerwehr-Bambinis. Denn das Eintrittsalter zur Jugendfeuerwehr liegt bei zehn Jahren. Sinnvoll wäre die Möglichkeit, Kinder ab sechs Jahren an die Arbeit der Feuerwehr heranzuführen, um sie dann mit zehn Jahren zu übernehmen, sagte auch der 1. Vorsitzende des KFV Südwestpfalz.
Kreisfeuerwehrinspekteur Stiven Schütz berichtete, dass 80 Prozent des Nachwuchses für die Freiwillige Feuerwehr aus den Jugendfeuerwehren aufrücken. „Ohne Erhalt unserer Jugendabteilungen wird es insbesondere im ländlichen Raum sehr schwer, dauerhaft die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sicherzustellen“, so Schütz.
Sehr positiv sah Schütz das Engagement des KFV bei der Weiterbildung. Es sei nun durch zwei Instruktoren beim Landesverband möglich, über den KFV Motorsägenführer auszubilden. Er hofft, dass das Ausbildungsangebot künftig auch auf andere sinnvolle Bereiche ausgedehnt wird.
Bei den Beschaffungen erwähnte Schütz die zwei „Altfahrzeuge“ bei der Facheinheit „Information und Kommunikation“ (IuK), die durch ein Mehrzweckfahrzeug IuK gegen Ende des Jahres ersetzt werden. Der Standort ist Wallhalben.
Schütz wies nochmals auf das Ausscheiden des stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteurs Holger Keller hin. Der Posten sei noch nicht wiederbesetzt, der personelle Engpass mache sich bemerkbar.
Auch die geopolitische Lage beeinflusse zunehmend die Feuerwehren in den Kreisen und vor Ort, sagte Schütz, Amokläufe, Terrorismus und zahlreiche Verletzte gebe es nicht nur in Großstädten. Die Feuerwehren im Kreis sollten darauf vorbereitet sein. Eine einheitliche Vorgehensweise soll künftig ein Landeskonzept „Unterstützung bei terroristischen Anschlägen“ garantieren, das unter Federführung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion steht. Vereinheitlicht wird mit diesem Konzept auch die gegenseitige Unterstützung bei Großschadenslagen zwischen den Landkreisen, den kreisfreien Städten und der Leitstelle.
Landrat Hans Jörg Duppré ging in seinem Grußwort ebenfalls auf die spürbaren Folgen der Bevölkerungsentwicklung ein, die auch die Wehren treffen. Es müssten sich mit Blick darauf alle verständigen, wie trotzdem in Zukunft ehrenamtliche Wehren funktionieren sollen.
Einige Nachwahlen waren erforderlich. Die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin Schefsky wurde im Amt bestätigt, Beisitzer der Verbandsgemeinden Dahn, Hauenstein und Zweibrücker Land sind nun Jürgen Kindelberger, Ernst Bosch und Markus Schmidt.
Der Fachvortrag „The Silent Killer“ von Lothar Eckrich (Leopold Siegrist GmbH, Karlsruhe) führte den Feuerwehrleuten die Gefährlichkeit von Kohlenmonoxid (CO) vor, ein Gas, das bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen entsteht. Dies sei die häufigste tödliche Vergiftung in den Industrienationen, sagt Eckrich, in Deutschland gehe man, bei einer hohen Dunkelziffer, von bis zu 2 000 CO-Todesfällen im Jahr aus. Besonders für Feuerwehrleute sei von extremer Wichtigkeit, über das Gas sehr gut Bescheid zu wissen, so der Fachmann.
Zehn bis 40 Prozent von einer CO-Vergiftung Betroffene zeigen Folgeschäden (Herz-Nervensystem) mit Gedächtnis und Konzentrationsstörungen, mit Schwindel und Kopfschmerzen bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen. Auch jenseits dunkler Brandwolken habe man kritische CO-Werte gemessen.
Fazit von Eckrich für die Feuerwehr: Das Mitführen und Nutzen hochwertiger, gut eingestellter und gewarteter CO-Detektoren ist unabdingbar. Unterschätzt würden in diesem Zusammenhang auch Blausäurevergiftungen, so der Fachmann. Cyanwasserstoff (HCN) entstehe ebenso bei der Verbrennung und eine Vergiftung damit werde gerade bei Feierwehrleuten oft nicht erkannt. (mfu)