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Kultur 22.11.2014

„Die Kritiker widerlegt“

Neuauflage der Fototage ungewiss – PZ-Gespräch mit dem Leiter Harald Kröher

Die künstlerische Leitung der Fototage Harald Kröher spricht von einer erfolgreichen Veranstaltung. (Foto: Archiv/Fuhser)

Erleichterung, Freude, Müdigkeit – das fühlt der künstlerische Leiter, Harald Kröher (59), nach dem Ende der vierten Pirmasenser Fototage, die von 24. Oktober bis 9. November stattfanden. Ob es eine Neuauflage in zwei oder drei Jahren geben wird, ließ er im Gespräch mit PZ-Redakteur Franz-Josef Majer offen.

Wie fällt ihre persönliche Bilanz aus?
Kröher:
Ich bin sehr zufrieden. Mit 10 000 Besuchern – diese Zahl ist nicht geschätzt, sondern das Ergebnis einer Zählung vor Ort durch die Gästeführer der Stadt – war es die erfolgreichste der bisherigen vier Veranstaltungen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Stadtmarketing und den Sponsoren verlief reibungslos. Das kann ich nur loben.

Im Vorfeld mussten Sie sich aus der Kunstszene den Vorwurf anhören, Fotografie sei keine Kunst sondern biederes Handwerk. Hat Sie das getroffen?
Kröher:
Die Fototage haben diese völlig unsachliche Bewertung widerlegt. Wir haben gerade in diesem Jahr, wie es von Oberbürgermeister Dr. Matheis auch gefordert wurde, die Qualität vor die Quantität gesetzt. Die 800 ausgestellten Fotos haben zu mehr Übersichtlichkeit geführt. Wer sich diese angesehen hat, der hat auf jeden Fall gemerkt: Was die Fotografen da bieten, das ist doch Kunst, mit der sich auch der einfache Bürger identifizieren kann.

Die Fototage waren wieder nicht nur an einen Ort gebunden, sondern über die ganze Stadt verteilt. Das erforderte vom Interessenten Laufarbeit...
Kröher:
...Laufarbeit, die sich auf jeden Fall gelohnt hat. Wir haben die Fotokunst zu den Menschen gebracht und nicht zum Beispiel gesagt: Kommt in die Alte Post, dort bekommt ihr alles geboten. Fotografie ist nichts Elitäres, ist Kunst für alle. Dies wollten wir wieder vermitteln und es ist uns wieder gelungen, denke ich. Dieses Konzept wurde übrigens auch von vielen ausstellenden Fotografen ausdrücklich gelobt.

Was waren für Sie persönlich die Höhepunkte?
Kröher:
Sensationell fand ich die Bilder der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen. Beeindruckt haben mich auch die Bilder der Fotografenvereine und -verbände. Da wird klasse Arbeit geleistet. Ich kann nur jedem, der sich in Sachen Fotografie weiterbilden will, empfehlen, einem Verein beizutreten.

Ohne Sponsoren wären die Fototage nicht zu stemmen. Gab es von dieser Seite Reaktionen?
Kröher:
Ich habe nur Zustimmung und Lob registriert. Die Firma CEWE, Europas größter Fotoentwickler, hat uns mit neuester Technologie unterstützt. Deren Vertreter waren überrascht, was hier in Pirmasens geboten wurde.

Erstmals wurde die Hauptausstellung der Fototage auf dem Messegelände bei der Verbraucherausstellung Hageha präsentiert. Ein Projekt auch für die Zukunft?
Kröher:
Von unserer Seite hat sich diese Kooperation gelohnt. Nicht wenige Messebesucher haben unsere Ausstellung besucht. Ob die Fototage auch künftig mit der Hageha stattfinden werden, kann ich nicht sagen. Das hängt unter anderem davon ab, ob diese Messe selbst in dieser Form noch Zukunft hat.

Und wie sieht es mit den Fototagen selbst aus? Steht der nächste Termin schon fest?
Kröher:
Momentan wage ich dazu keine Prognose. Ich bin ziemlich leer, fühle mich ausgebrannt. Die Organisation kostet doch viel Kraft und Nerven, was meiner angeschlagenen Gesundheit nicht gerade zuträglich ist. Ich frage mich hin und wieder schon mal: Warum machst du das überhaupt? Also ich verschwende noch keinen Gedanken an eine fünfte Auflage. Mal sehen. Kommt Zeit, kommt Rat und vielleicht auch wieder die Lust, sich zu engagieren.