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Kultur 30.08.2016

Eine perfekte Mischung

Erstes Open-Air-Wochenende brachte drei Bands auf die Lemberger Burg

Die Besucher der ersten beiden Open-Air-Abende auf Burg Lemberg waren von den Bands wie auch von der Atmosphäre begeistert.

„Mallet“, „Mad Zeppelin“ und die „Music Monks“ waren die ersten drei Bands, die am Wochenende auf dem 12. „Open Air Burg Lemberg“ spielten. Während „Mallet“ und „Mad Zeppelin “ im Doppelpack am Freitag in der „langen Rocknacht“ ihr „Ding durchzogen“, heizten die „Music Monks“ alle „Seeed“- und „Peter Fox“-Fans am Samstag kräftig ein.
Zwölf lange Jahre sind vergangen, aber immer noch übt der Schauplatz des Quasimoto Musik- und Kulturvereins eine Anziehungskraft auf viele Musikbegeisterte aus. Bereits im Eingangsbereich waren am Freitagabend Fans in genretypischer Kleidung auszumachen: die ein oder andere Kutte wurde getragen, eine kleine runde Sonnenbrille hier, ein Bandana dort und die Schlaghose – mindestens die von Mad-Zeppelin Bassist Christian Ludwig auf der Bühne – durften nicht fehlen.
Die Wiesbadener Rockband „Mallet“ hatte bereits 2014 die Burg erklommen, Dünzl (Bass, Gesang), Rehberg (Gesang, Gitarre) und Gerhards (Schlagzeug, Gesang) fingen am Freitag mit Liedern großer Rock-Helden, mit „Sharp dressed man“ (ZZ Top) oder „Personal Jesus“ (Depeche Mode) an, den Zuhörern einzuheizen. Jürgen Rehberg, Gitarrist und Sänger von Mallet, ließ zwischendurch eine Anekdote zu Hendrix oder dem Schneider der Band vom Stapel. „Million Dollar Babe“ gaben die Rocker zum Besten, „Taylor Man“ und mit „Follow The River“ und „Thank You“ weitere in dem Fall melodisch-baladeske neue eigene Werke. Den „Hämmern“ bzw. „Schlägeln“, was „Mallet“ in etwa übersetzt bedeutet, merkt man nach wie vor eine gehörige Portion Spielfreude an. Die über 4 000 Auftritte und langen Jahre gemeinsamen Spiels haben ihre guten Spuren hinterlassen. Bei Stücken wie „Bobby Brown“, einem Kultklassiker von Frank Zappa oder dem „Come together“ der Beatles hätte man jedoch gut daran getan, den Gesang dem dafür zuständigen Musiker zu überlassen. Spätestens ab „Mighty Quinn“ ging die Menge vor der über dem Tal thronenden Bühne aber enthusiastisch mit. Die Tänzer und Sänger unter den Zuhörern bekundeten Zustimmung durch das übliche „Headbangen“, es wurde gezappelt und gerockt.
„Mad Zeppelin“, wie unschwer am Namen auszumachen, eine Led-Zeppelin-Coverband, betrat kurz vor Elf nach einer längeren Umbaupause die Bühne. Geschuldet war die Unterbrechung dem Austausch des Schlagzeugs. Volker Brecher, Schlagzeuger von „Mad Zeppelin“ ließ wenig später seine Drumsticks fliegen, schrie und gestikulierte, dass es nur so schepperte. Musikalisch hielt sich „Mad Zeppelin“ ans Original, dies jedoch überaus stimmig und erstklassig interpretiert. Sänger Michael Dorp machte stimmlich eine gute Figur, Volker Brecher rotierte mit Melone auf dem Kopf und wahnverzerrten Grimassen auf seinem Schlagzeughocker in alle Richtungen aber auch Thomas Blum (Keyboard), Ralph Glodek (Gitarre) und Christian Ludwig (Bass) bewiesen im Zusammen- wie auch Solospiel, dass bei „Mad Zeppelin“ zusammenfindet, was zusammengehört.
Das musikalische Resultat dieser Mischung, könnte als „Cover mit Eigenanteil“ oder „eigene Interpretation mit Vergleichsmoment“ bezeichnet werden, denn Welthits wie „Kashmir“, „Stairway to heaven“ „Gallows Pole“, „How many more times“ oder „Black Dog“ kann man entweder ohne Herz abspulen, oder einfach richtig gut interpretieren. Letzteres war bei Mad Zeppelin der Fall.
Am Samstagabend stand eine „Seeed“- und Peter Fox-Coverband namens „Music Monks“ auf dem Programm. 13 Musiker bevölkerten die Bühne, darunter drei Sänger, drei Blechbläser, ein Schlagzeuger, ein Percussionist, eine Keyboarderin, ein DJ eine Background-Sängerin, ein Gitarrist und ein Bassist. Bringt mehr mehr?, fragten sich manche. Die Antwort darauf war ein klares „Ja“ . Was die Reggae-, Dancehall-, Dub-, Ska-, Funk-, Hip-Hop-Formation aus Aschaffenburg in den Nachhimmel hinausposaunte, während die vorderste Gesangsreihe à la Motown Formationstanz betrieb und in Anzüge und Flip-Flops gekleidet mit weißen Handtüchern bestückt ununterbrochen für Wind sorgte, ist schwer in Worte zu fassen. Beschreiben aber lässt sich, was die Zuhörer vor der Bühne taten: es wurde ekstatisch getanzt, gesprungen, geschwitzt, geschrien, gesungen, gefeiert, dass kein noch so unmusikalischer Mensch am Rande hätte stehen können, ohne sich zum „Beat“ zu bewegen. Titel wie „Augenbling“ waren zu hören, „Tight Pants“, „Stadtaffe“, „Schwarz zu blau“, „Molotov“, „Psychodelic Kingdom“, „Schüttel dein Speck“ und andere mehr.
Die Frage ob Lemberg nun eine „Stadt voller Affen“ sei, war also keines falls despektierlich gemeint, sondern hatte bedeuten sollen: „Seid ihr alle da?“ Klar zu erkennen war die fürs Open Air gewohnt reibungslose Organisation. Die Bands lobten die angenehm freundliche Art des Veranstalters und dankten dem Kulturverein. Mit dem ersten Wochenende wurde das „Open-Air Burg Lemberg“ seinem Ruf gerecht, hat der Lemberger Verein einmal mehr ein Händchen für ein musikalisch ausgewogenes, qualitativ hochwertiges Programm bewiesen.