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Elfmeter-Fehlschuss verhindert dritten Sieg

Fußball: FKP hält mit 1:1 Teutonia Watzenborn auf Distanz – Can Özer scheitert am Torhüter

„Wir wollten hier zumindest einen Zähler holen, das haben wir geschafft. Wir können gut damit leben.“ Auftrag erledigt – so lautete das Fazit von Can Özer nach dem 1:1 (0:0)-Unentschieden in der Fußball-Regionalliga zwischen Teutonia Watzenborn und dem FK Pirmasens. Wobei Özer sogar die dicke Gelegenheit hatte, das womöglich vorentscheidende 2:0 für den FKP zu erzielen, als er in der 51. Spielminute zu einem Foulelfmeter anlief, aber scheiterte – dieses Missgeschick ist den Pirmasensern in dieser Saison schon mehrmals passiert.

Marin Vidosevic hatte FKP-Abwehrchef Marco Steil gefoult, doch Özers Elfmeter wehrte Torhüter Yannik Dauth ab.
Großen Anteil am Teilerfolg, durch den der FKP im Abstiegskampf den Sechs-Punkte-Vorsprung auf den Tabellenvorletzten aus dem mittelhessischen Pohlheim halten konnte, hatte Dominik Rohracker. In der 48. Minute düpierte der Mittelfeldspieler Teutonia-Torwart Dauth aus über 35 Metern und bescherte seiner Mannschaft die 1:0-Führung.
Der dritte Sieg in Folge nach den Überraschungscoups über den 1. FC Saarbrücken (2:0) und die U 23 der TSG Hoffenheim (3:2) wäre allerdings des Guten zu viel gewesen. Die Teutonia verbuchte deutlich mehr Ballbesitz und Feldvorteile, einzig hochkarätige Chancen sprangen dabei trotz risikoreicher Ausrichtung kaum heraus.
Die Pirmasenser, die kurzfristig auf den erkrankten Manuel Grünnagel verzichten mussten, dagegen legten das Hauptaugenmerk auf die Defensivarbeit und gerieten auch deshalb selten in die Bredouille, weil Marco Steil der Abwehrkette Stabilität und Ruhe verlieh. „Wir sind eine verteidigende Mannschaft und haben wenig zugelassen. Ich denke, das Remis ist nicht unverdient“, fasste Rohracker zusammen.
Der Ausgleich von Markus Müller in der 79. Minute fiel ebenfalls vom Kreidepunkt aus, nachdem Yannick Osee Geburtstagskind Jonatan Kotzke zu Fall gebracht hatte.
Die lediglich 392 Zuschauer im SCT-Sportpark in Wetzlar sahen im ersten Durchgang eine couragierte Vorstellung der Hausherren, die mit dem Wind im Rücken fußballerisch den besseren Eindruck machten. Mit Kombinationen und über die Außenbahnen diktierte der Aufsteiger das Geschehen und versuchte, die massierte und im Rückwärtsgang mit fünf Akteuren auf einer Linie agierende Hintermannschaft des FKP aus den Angeln zu heben.
„Es war schwer für uns, in den Rücken der Pirmasenser Abwehr zu kommen, da sie tief standen und uns gut zugestellt haben“, bemerkte Watzenborns Trainer Stefan Hassler. Obwohl ansonsten im Spiel nach vorne ideenlos und mit vielen langen Bällen leicht auszurechnen, erarbeitete sich der FKP in Person von Özer per Kopf den ersten nennenswerten Abschluss, der von den etwa 40 mitgereisten Anhängern mit Applaus quittiert wurde (24.).
Die Teutonen konterten mit Fernschüssen von Mehmet Kodes (39.) und Marin Vidosevic (40.). Aus noch größerer Distanz zog danach Rohracker ab, der von einem Missverständnis der Watzenborner Christopher Spang und Dennis Lemke im Passspiel profitierte.
„Mir hat jemand zugerufen, dass der Torwart weit vor dem Tor steht. Da dachte ich mir, ich probiere es einfach mal“, schilderte Rohracker seinen Treffer. Dessen Schlitzohrigkeit hatte Dauth nicht auf dem Zettel: „In 99 von 100 Fällen würde das niemand versuchen.“ Der Ball senkte sich über den verdutzten Schlussmann hinweg in die Maschen und bedeutete das „völlig überraschende 1:0 für Pirmasens“, wie Stefan Hassler anmerkte.
„Nach der Pause waren wir 20 Minuten gut im Spiel“, bilanzierte derweil sein Gegenüber Peter Tretter, der ab Mitte der zweiten Hälfte zuschauen musste, wie die Watzenborner den Schock des Rückstands aus den Kleidern schüttelten und seine Spieler wieder unter Druck setzten. Mit dem 1:1 gab sich der Gastgeber noch nicht zufrieden, die heikelste Szene galt es quasi mit dem Schlusspfiff zu überstehen. Damjan Marceta bediente den eingewechselten Marcel Avdic, der aus kurzer Distanz in einer Eins-gegen-Eins-Situation seinen Meister in FKP-Torwart Daniel Kläs fand.
„Da hatten wir den Matchball auf dem Fuß“, bedauerte Hassler und ergänzte: „Aus meiner Sicht waren wir dem Sieg ein Stück näher als Pirmasens, aber das nützt uns nichts.“
Peter Tretter dagegen bezeichnete das Resultat als gerecht mit der Begründung, er habe auf beiden Seiten keine echten Tormöglichkeiten erkannt. Mit einer mäßigen Vorstellung ein bis zum 16-Meter-Raum überzeugendes Watzenborn im Klassement auf Distanz gehalten: Der Samstagnachmittag hätte trotz des verschossenen Elfmeters ein schlechteres Ende für den FKP nehmen können.



Marco Steil: Der Innenverteidiger zeichnet mit Routine und Abgeklärtheit wesentlich dafür verantwortlich, dass die Teutonia aus ihren optischen Vorteilen keine zwingenden Gelegenheiten machte.



Teutonia-Trainer Stefan Hassler: Die überraschende Pirmasenser Führung hat unseren Plan über den Haufen geworfen. Die Jungs haben sich mit allem, was uns zur Verfügung steht, gewehrt. Mit der Einsatz- und Laufbereitschaft können wir zufrieden sein, letztendlich aber nicht mit dem Ergebnis.
FKP-Trainer Peter Tretter: Hintenraus ist das Remis gerecht. Man hat gesehen, dass zwei Mannschaften gegeneinander gespielt haben, die gegen den Abstieg spielen. Kämpferisch war die Leistung okay, läuferisch waren wir top.
FKP-Spieler Can Özer: Watzenborn hat stark gespielt und hatte gefühlt 80 Prozent Ballbesitz. Sie mussten aber auch mehr machen, während wir hinten gut gestanden sind.