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Ganzes Dorf unter Schockstarre

SG Rieschweiler: Beliebter Fußballer Christoph Weis tödlich verunglückt

Der Ball war sein Freund: Als technisch starker Mittelfeldspieler und Torjäger bleibt Christoph Weis bei seinem Heimatverein SG Rieschweiler und beim SC Hauenstein unvergessen. (Foto: Archiv/Stegner)

„Die Welt steht bei uns still!“ Tobias Weis spricht nicht nur für sich, sondern für seinen Verein SG Rieschweiler und den ganzen Ort. Christoph Weis, Fußballer und Vorstandsmitglied der SG Rieschweiler, ist tot. Der 29-Jährige ist gestern bei einem Verkehrsunfall auf der B 10 zwischen Godramstein und Birkweiler gestorben. Sein Auto stieß nach Polizeiangaben kurz nach Mitternacht mit mindestens drei Wildschweinen zusammen, die über die Fahrbahn liefen, und prallte danach an einen Baum.

„Ich bin sprachlos. Mir fehlen die Worte“, sagte der trauernde Tobias Weis, ebenfalls Vorstandsmitglied der SG Rieschweiler. Sein Cousin sei mit einem Arbeitskollegen auf dem Heimweg von Osnabrück gewesen. Der hoch angesehene und beliebte Fußballer arbeitete für den Reno-Schuhkonzern. Sein Beifahrer überlebte den Unfall leicht verletzt.
Große Bestürzung auch bei Daniel Preuß: Der Spielertrainer der zweiten Mannschaft betreute vor einer Woche eine SGR-Auswahl bei einem Futsalturnier in Saarbrücken. In der Auswahl stand auch Christoph Weis. „Wir hatten drei Spiele und Christoph erzielte in jedem Spiel ein Tor. Er war glücklich und gut gelaunt. Am Donnerstagabend haben wir noch gegen 22 Uhr telefoniert. Stunden später höre ich, dass er tot ist. Das ganze Dorf steht unter Schockstarre. Sein Tod ist ein großer Verlust für den Verein, aber auch für Rieschweiler, wo er sehr beliebt und angesehen war“, betont Daniel Preuß.
„Das haut mich gnadenlos um“, rang Peter Rubeck am Telefon um Fassung, als er von der PZ vom Unfall erfuhr. Der Trainer, der Christoph Weis als A-Jugendlicher schon in die erste Mannschaft der SG Rieschweiler beförderte, wollte den torgefährlichen Stürmer später mehrmals gerne zum SVN Zweibrücken holen. „Aus Treue zur SG Rieschweiler hat er das nie gemacht“, erinnert sich Rubeck. Dies habe ihn ausgezeichnet. „Auf ihn konnte man sich hundertprozentig verlassen“, sagt Rubeck. Noch am Montag hat er mit Christoph Weis telefoniert. Es ging um den neuen Trainer der SG Rieschweiler. Rubeck: „Ich habe ihm noch zwei Namen genannt“.
„Er war immer ein super Mannschaftskamerad“, sagt Christoffer Lorett, Vorstandsmitglied und Spieler des Fußball-Landesligisten FC Fehrbach. Zwei Jahre spielte er mit Christoph Weis bei der SGR zusammen in der A-Jugend, die damals in die Regionalliga aufstieg, und in der ersten Saison im aktiven Bereich: „Er war ein super angenehmer Mensch, ein super angenehmer Mitspieler und fußballerisch eine Riesenrakete – rundum ein super Kerl!“
Eine für gestern Abend geplante Apres-Ski-Party der SGR wurde abgesagt. Der für den 23. Januar vorgesehene Trainingsbeginn soll nach Angaben von Daniel Preuß stattfinden: „Das wäre auch im Sinne von Christoph, der bei uns alle Jugendmannschaften durchlaufen hat, ehe er 2007 zum SC Hauenstein in die Oberliga wechselte.“ Am 1. Juli 2011 kehrte Christoph Weis an die Dicke Eiche zurück und blieb dem Verein trotz verlockender Angebote treu.
„Christoph Weis war ein sehr lieber und guter Mensch, charakterlich sehr stark. Er war für den SC Hauenstein ein Glücksfall, sein Tod macht mich sehr traurig. Ich bin tief erschüttert“, betont der einstige SCH-Macher Jürgen Lejeune, der den 29-Jährigen an den Neding holte.
SCH-Weggefährte Heiko Magin erklärte: „Mir lief es eiskalt den Rücken runter, als mir unser früherer Torhüter Ronny Fahr erzählte, dass Christoph tödlich verunglückt ist. Christoph war ein ruhiger Mensch mit einem sehr guten Charakter. Außerdem war er ein sehr guter Fußballer, gut strukturiert, mit einer guten Technik ausgestattet. Sein Tod macht mich sehr traurig.“
Christoph Weis war im Verbandsligateam der SG Rieschweiler lange Jahre Spielführer, absolvierte insgesamt 66 Verbandsligaspiele und erzielte 19 Tore. In 94 Oberligapartien für den SC Hauenstein war er acht Mal erfolgreich. (db/gök/est)