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Politik 12.08.2017

„Geladen und entsichert“: Trump legt im Krieg der Worte nach

Merkel ruft zur Mäßigung auf: Militär keine Lösung für Nordkorea-Konflikt

Die USA haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump für einen etwaigen militärischen Konflikt mit Nordkorea aufgestellt. „Militärische Lösungen sind nun voll einsatzfähig, geladen und entsichert, sollte Nordkorea unklug handeln“, schrieb Trump gestern auf Twitter.

WASHINGTON. „Hoffentlich findet Kim Jong Un einen anderen Weg“, fuhr Trump fort. Tags zuvor hatte er erklärt, das US-Atomwaffenarsenal sei in einem guten Zustand. „Es ist in Tip-Top-Verfassung“, sagte Trump. „Niemand, das gilt auch für Nordkorea, sollte uns mit irgendetwas bedrohen.“
Trump kündigte auch an, dass die USA ihre Raketenabwehr aufstocken würden. Er werde dafür einen signifikanten Milliardenbetrag bereitstellen. Er räumte jedoch ein, grundsätzlich auch zu Verhandlungen bereit zu sein. Diesen Weg möchte auch Verteidigungsminister James Mattis einschlagen. „Die US-Bemühungen sind von der Diplomatie getrieben. Sie zeitigen diplomatische Ergebnisse“, sagte er. Die Möglichkeit eines Krieges mit Nordkorea bezeichnete der frühere General als „katastrophal“.
Nordkoreas Führung zeigt sich weiter demonstrativ unbeeindruckt von Trumps Drohungen. Gestern hieß es aus Pjöngjang, die USA müssten mit einer „schandvollen Niederlage“ rechnen, sollten sie weiter auf „extreme militärische Abenteuer“ sowie Sanktionen und Druck bestehen.
Politiker aus aller Welt rufen derweil zur Mäßigung auf. „Eskalation der Sprache halte ich für die falsche Antwort“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern. Zudem rief sie dazu auf, die Bemühungen um eine friedliche Lösung zu verstärken. „Ich sehe auch keine militärische Lösung dieses Konflikts.“
Stattdessen müsse man versuchen, im UN-Sicherheitsrat und durch Kooperation auch mit China voranzukommen. „Deutschland wird hier bei den Lösungsmöglichkeiten, die wir sehen, nicht-militärischer Art dabei sein“, sagte Merkel.
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz brachte eine diplomatische Lösung nach dem Vorbild des Atomdeals mit dem Iran ins Gespräch. „Vielleicht kann man mit einer vergleichbaren Vorgehensweise die nukleare Rüstungsbegrenzung in Nordkorea erreichen“, sagte der Parteichef der Sozialdemokratengestern.
Auch Russland mahnt Vernunft an. „Falls es zu einer Schlacht kommt, sollte derjenige, der stärker und schlauer ist, den ersten Schritt weg von der gefährlichen Linie machen“, sagte Außenminister Sergej Lawrow der Agentur Interfax zufolge. „Die Rhetorik in Washington und Pjöngjang beginnt leider auszuufern“, sagte Lawrow. Das Risiko einer militärischen Konfrontation sei dadurch sehr hoch. „Wir hoffen dennoch, dass der gesunde Menschenverstand siegen wird.“ Australiens Regierung erklärte, das Land sei im Falle eines Angriffs auf die USA zum Beistand verpflichtet. „Die Vereinigten Staaten haben keinen engeren Verbündeten als Australien“, sagte Premierminister Malcolm Turnbull. (dpa)