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Sport 07.10.2017

Heynckes ist zurück

FC Bayern bestätigt Verpflichtung des 72-Jährigen als Trainer

Jupp Heynckes kann beim FC Bayern loslegen. Gestern Nachmittag wurden auch die letzten Hindernisse für das Trainer-Comeback des Jahres im deutschen Fußball vom deutschen Rekordmeister aus dem Weg geräumt.

MüNCHEN. Der 72-jährige Heynckes wird mit sofortiger Wirkung bis zum Saisonende neuer Cheftrainer und damit Nachfolger von Carlo Ancelotti, wie der Verein gestern offiziell bestätigte. „Ich wäre zu keinem anderen Verein der Welt zurückgekehrt, aber der FC Bayern München ist eine Herzensangelegenheit für mich“, äußerte Heynckes in der Vereinsmitteilung. Der Triple-Gewinner von 2013 will nach vier Jahren im Ruhestand das Münchner Starensemble wieder in die Erfolgsspur bringen. „Mein Trainerteam und ich werden nun alles daran setzen, dass die Mannschaft den Fans bald wieder erfolgreichen Fußball präsentieren wird. Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe.“
Erfreut und erleichtert reagierten die Münchner Macher um Präsident Uli Hoeneß, den mit Heynckes eine sehr lange und tiefe Freundschaft verbindet. „Zwischen Jupp Heynckes und dem FC Bayern besteht ein großes Vertrauensverhältnis. Das haben auch die Gespräche, die Uli Hoeneß, Hasan Salihamidzic und ich nun geführt haben, wieder gezeigt. Wir sind Jupp sehr dankbar, dass er uns als Cheftrainer zugesagt hat. Er ist zum jetzigen Zeitpunkt der ideale Trainer für den FC Bayern“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.
Heynckes soll seine Arbeit mit der Mannschaft am Montag aufnehmen. Die vielen Nationalspieler des FC Bayern werden aber erst im Verlauf der kommenden Woche nach den Einsätzen für ihre jeweiligen Länder in der WM-Qualifikation zurückkehren. Assistenten von Jupp Heynckes werden Peter Hermann (65) und Hermann Gerland (63).
Hermann konnten die Bayern gestern als Co-Trainer bei Zweitliga-Tabellenführer Fortuna Düsseldorf loseisen. Gerland soll seine Tätigkeit als sportlicher Leiter im Nachwuchsbereich zugunsten seiner Tätigkeit für das Profiteam bis Ende Juni 2018 ruhen lassen. Interimscoach Willy Sagnol wird nicht Teil des Trainerstabes von Heynckes. Der 40-Jährige hatte die Mannschaft zuletzt beim 2:2 bei Hertha BSC betreut. Über die Zukunft des Franzosen, der erst zu Saisonbeginn als Assistent von Ancelotti zum FC Bayern zurückgekehrt war, soll es zeitnah Gespräche geben.
Sein erstes Spiel wird Jupp Heynckes am 14. Oktober in der Bundesliga in der Münchner Arena gegen den SC Freiburg bestreiten. Er steht da gleich unter Druck, denn die Bayern liegen nach sieben Spieltagen schon fünf Punkte hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund zurück. Sportdirektor Salihamidzic setzt auf den großen Erfahrungsschatz und die Führungsqualitäten des Nothelfers vom Niederrhein. „Jupp Heynckes ist ein Meister in Sachen Menschenführung und Taktik“, sagte er.
Heynckes’ befristete Hilfsaktion beim FC Bayern hing zuletzt noch an Fortuna Düsseldorf, das den wichtigsten Helfer von Heynckes freigeben musste. „Es fällt mir sehr, sehr schwer“, sagte Hermann gestern zu seinem Abschied. Wie Heynckes sprach er ebenfalls von einem Freundschaftsdienst. „Mich verbindet mit Jupp Heynckes sehr viel, und ich möchte ihm den Gefallen tun. Ich habe ihm viel zu verdanken und möchte ihm etwas zurückgeben.“
Heynckes geht seine vierte Amtszeit in München mit großem Elan an. Es sei aber kein Comeback, sondern ein Freundschaftsdienst, sagte er dem „Kicker“: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl dabei, es kann sofort losgehen.“ Darauf freuen sich auch besonders jene Akteure, die schon beim historischen Dreifach-Triumph in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal vor vier Jahren mit Heynckes zusammengearbeitet haben. „Jupp Heynckes ist ein ganz großer Trainer“, sagte Abwehrspieler Jérôme Boateng nach dem 3:1 der Nationalmannschaft in Nordirland mit leuchtenden Augen. Kollege Mats Hummels versicherte: „Ich habe nur Positives über ihn gehört.“ (dpa)