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Sport 06.10.2017

Kronprinz in der Verantwortung

Skispringer Wellinger schultert nach dem Ausfall von Freund die Last

Er galt als Kronprinz und muss nun erneut die ganze Last der Verantwortung tragen. Andreas Wellinger ist nach dem neuerlichen Kreuzband-Ausfall von Skisprung-Weltmeister Severin Freund der deutsche Vorspringer und die große Hoffnung für Erfolge im Olympia-Winter.

OBERWIESENTHAL. Mit Platz zwei beim Sommer-Grand-Prix-Finale am Tag der Deutschen Einheit in Klingenthal und dem Gewinn seiner ersten deutschen Einzelmeisterschaft am Mittwochabend in Oberwiesenthal scheint der schlaksige Ruhpoldinger dort anzuknüpfen, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hat: Mit einer Podestplatzierung nach der anderen.
„Das schaut alles so leicht aus. Ihr habt ihn im Winter gesehen und jetzt wieder und werdet denken, es ist alles beim Alten. Aber dazwischen war ein Tal zu durchgehen. Er hat sich körperlich weiterentwickelt und es hat eine Zeit lang gedauert, bis die Technik wieder gepasst hat“, sagt Bundestrainer Werner Schuster. Der Österreicher weiß genau, was er an dem 22-Jährigen hat. Aber auch, wie schnell ein so junger Mann scheitern kann.
Man müsse Wellinger ganzheitlich betrachten, sagt der Coach. „Er ist mit 17 hier reingeplatzt, ist mit 18 Olympiasieger geworden und hat dann schon ein wenig gedacht: ,Das ist ja toll hier, die Welt liegt mir zu Füßen.’ Und musste dann wortwörtlich ein paar schmerzhafte Erfahrungen verarbeiten. Im vergangenen Jahr hat er den Durchbruch geschafft. Das macht ihn einerseits stark, aber man darf ihm andererseits auch nicht zu viel aufladen“, warnt Schuster.
Wellinger nimmt die Sache – zumindest nach außen – mit jugendlicher Lockerheit. „Natürlich steigen die Erwartungen, die man sich selber macht und die von außen kommen. Ich habe im vergangenen Winter einfach mein Zeug gemacht, das hat extrem gut funktioniert“, berichtet Wellinger. „Das Coole ist, dass wir als Team funktionieren, wir uns untereinander die Erfolge gönnen. Wir ergänzen uns da ganz gut. Vornweg geht der, der am besten springt.“
Und so will er sich gar nicht in die Leader-Rolle drängen lassen. Auch was die Saisonziele anbelangt, stapelt er tief. Eine Rangliste der besonderen Wettkämpfe, von denen es mit der Vierschanzentournee, der Skiflug-WM in Oberstdorf, den Olympischen Winterspielen in Südkorea und der Row-Air-Tour durch Norwegen gleich vier gibt, hat er nicht. „Ich will von Anfang bis Ende auf hohem Niveau springen. Man muss ordentlich trainieren, um sich in eine gute Form zu bringen und dann entscheiden viele Faktoren an dem jeweiligen Tag X. Je höher das eigene Niveau, um so einfacher wird es, bei den Großereignissen vorn mitzukämpfen“, sagt er in typischer Wellinger-Manier. Es ist ihm zuzutrauen, dass er den Worten auch im zweiten Jahr ohne Severin Freund Taten folgen lässt. (dpa)