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Stadt Pirmasens 17.07.2017

Moschee im Woolworth-Gebäude

Islamisches Zentrum will auch Kurse anbieten, um Flüchtlinge zu integrieren

Im 2. Obergeschoss des Woolworth-Gebäudes in der Fußgängerzone laufen derzeit noch Renovierungsarbeiten: das islamische Zentrum Pirmasens wird Räume und auch eine Moschee einrichten. Dann kann dort zu festen Zeiten bis zu fünf Mal am Tag gebetet werden.

Nach Angaben des Vorsitzenden Youssef Charkaoui hat das islamische Zentrum das komplette Obergeschoss mit insgesamt rund 230 Quadratmetern vom Eigentümer, der Frankfurter Arnenova GmbH, gemietet. Die kleine Küche und der Sanitärbereich sowie der Gebetsraum für Frauen sind größtenteils fertig. Im großen Gebetsraum, der teilweise provisorisch mit Teppichen ausgelegt ist, sollen auch aus Gründen des Schallschutzes noch Vorhänge montiert und ein Teppichboden verlegt werden. Das islamische Zentrum finanziert sich nach eigenen Angaben über Spenden. Dazu sagte Charkaoui, der aus Marokko stammt und an der Pirmasenser Fachhochschule studiert hat, um unabhängig zu agieren, werbe der Vereine beispielsweise nicht in den reichen arabischen Staaten um Geld, sondern setze auf interne Wohltäter.
Wie er weiter berichtete, hat das islamische Zentrum bei der Stadtverwaltung einen Antrag auf eine Nutzungsänderung gestellt und die Räume bisher auch nur in Ausnahmefällen genutzt. Stadtsprecher Maximilian Zwick sagte, die Prüfung laufe noch. Gebete fänden bisher nicht statt, betonte Charkaoui. Er bestätigte, dass es als Ausnahme am 21. Juni am späten Abend ein Fastenbrechen in der künftigen Moschee mit etwa 30 Teilnehmern gab.
An diesem Abend hatte sich ein Nachbar so aufgeregt, dass er wegen Ruhestörungen die Polizei einschaltete. Sprecher Martin Sema sagte, um das Woolworth seien von der Polizei nach 23.30 Uhr zwischen 50 und 80 Personen während einer etwa anderthalbstündigen Gebetspause angetroffen worden. Weitere Vorfälle im Zusammenhang mit der Moschee seien ihm aber nicht bekannt.
Der Syrer Mohammed Alheraky, beim islamischen Zentrum für die Kasse zuständig, sagte, nicht alle Leute, die sich in dieser Nacht auf dem Schloßplatz aufgehalten hätten, seien aus der Moschee gekommen. Denn gute nachbarschaftliche Beziehungen spielten im muslimischen Glauben eine zentrale Rolle. Dieer Grundsatz des Propheten sei auch dem islamischen Zentrum in Pirmasens ganz wichtig. Er und sein Kollege betonten daher, sie wollten nicht, dass sich Pirmasenser gestört fühlten. Der Verein betreibe mit dem Zentrum keine Abschottung, sondern wolle vielmehr aktiv zur Integration in die deutsche Gesellschaft beitragen. Zielgruppe seien Flüchtlinge und Menschen aus dem arabischen Raum. Neben den Gebetsangeboten gehe es in erster Linie darum, die Moslems mit der Sprache sowie den Sitten und Gebräuchen in Deutschland vertraut zu machen. Deshalb würden in den Räumen Kurse angeboten und beispielsweise auch gezeigt, wie Müll getrennt werde.
Stadtratsmitglied Wolfgang Deny, der sich für Flüchtlinge engagiert und bei dem die Familie Alheraky wohnt, zeigte sich vom Konzept voll überzeugt. „Ein ganz wichtiger Beitrag zur Integration“. Dass sich Anwohner um den Schloßplatz gestört fühlen, weil dort immer wieder bis spät in die Nacht Leben ist und gekickt wird, kann Deny nachvollziehen. Dies sei aber auch darauf zurückzuführen, dass die Bundesregierung den Familiennachzug gestoppt habe. Denn wer Angehörige habe, gehe nachts nicht auf die Straße, ist der Sozialdemokrat überzeugt. (pio)