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Landkreis Südwestpfalz 11.08.2017

Neubau kostet 3,5 Millionen Euro

Spatenstich für Wasserwerk Schelermühle gestern bei Dauerregen

Bei Dauerregen wurde an der bereits begonnenen Baugrube hinter dem alten Wasserwerk auf der Schelermühle der Spatenstich für den Neubau des Wasserwerks vorgenommen. Zum Spaten griffen Verbandsbürgermeisterin Silvia Seebach, der technische Werkleiter Roman Littig, der Mitgeschäftsführer des Ingenieurbüro Dilger, Diplomingenieur Uwe Rehm, Felix Maurer von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Regionalstelle Wasserwirtschaft, und Dr. Heinz-Ulrich Koch von der Kreisverwaltung Südwestpfalz, Abteilung Gesundheitswesen.

PIRMASENS-LAND. In ihrer Ansprache verwies Seebach als Bauherrin auf die Geschichte des 115 Jahre alten Wasserwerks. Die „Schelermühle“ sei zu einem Begriff für die Wasserversorgung der Region geworden. Von hier aus wurden seit Beginn des letzten Jahrhunderts Teile der Stadt Pirmasens, der alten Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen und die Orte der heutigen Verbandsgemeinde Pirmasens-Land mit Wasser versorgt. Bei Aufnahme des Betriebs war die Schelermühle das zweitgrößte Gruppenwasserwerk Deutschlands, erinnerte Seebach.
Betrieben wurde das Wasserwerk durch den Zweckverband „Felsalbgruppe“, einer Genossenschaft der beteiligten Ortsgemeinden. 1998 kam es zur Auflösung dieser Genossenschaft und zur Übernahme der Wasserversorgung durch die Verbandsgemeinde. Diese hat sich schon früh mit dem Vorhaben eines „technisch modernen und energieeffizienten Wasserwerks“ befasst, um den derzeitigen Jahresbedarf von 670 000 Kubikmetern Wasser weiterhin abzudecken und Reserven zu haben, um auch einem zunehmenden Bedarf gerecht zu werden.
Erste Überlegungen stammen laut Seebach aus dem Jahr 2005, wobei anfangs in alle möglichen Richtungen gedacht wurde. Dazu gehörten die Ideen wie eine technische Erneuerung unter Beibehaltung des Gebäudes, verschiedene Neubauvarianten oder Kooperation mit den Stadtwerken Pirmasens für Teilbereiche der Verbandsgemeinde. Viele der angedachten Ideen erwiesen sich unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit als ungeeignet, so die Verbandsbürgermeisterin. So traf der Werksausschuss im Mai 2011 die Grundsatzentscheidung zum Neubau.
Beratend zur Seite beim Weg zum neuen Wasserwerk Schelermühle unter Einbeziehung der zwei Brunnen sowie einer Quelle und dem Bau einer Verbindungsleitung vom Hochbehälter Kettrichhof zum Hochbehälter Eppenbrunn stand von Anfang an das Ingenieurbüro Dilger aus Dahn. 2015 übernahm die Planung der elektrotechnischen Ingenieurleistungen das Ingenieurbüro Obermeyer aus Kaiserslautern. Nach Eingang der erforderlichen Genehmigungen erfolgte die Ausschreibung der Gewerke und dann die Vergabe an die Firmen im Mai dieses Jahres.
Die Bauausführung übernahm die Firma OGB aus Ottweiler. Die maschinelle Ausrüstung wird von der Firma WBH Water aus Hillesheim vorgenommen. Verantwortlich für den elektrotechnischen Part ist die Firma Klaus Dieterich aus Pirmasens. Um den Neubau beginnen zu können, musste zuvor das ehemalige Pumpwerk für 60 000 Euro abgerissen werden. Für das Gesamtprojekt rechnet Seebach mit rund 3,5 Millionen Euro. Den Neubau selbst bezeichnet sie nach dem Bau der Kläranlage Trulben 2015 als „eine weitere große Investition in die Zukunftsfähigkeit der Verbandsgemeinde“.
Diplomingenieur Uwe Rehm befasste sich vor allem mit technischen Angaben. So verwies er auf die drei Versorgungsgebiete Trulben mit Hilst und Schweix, Eppenbrunn und Schelermühle mit sechs Ortschaften, einschließlich drei Annexen. Darin werden 12 500 Personen mit Trinkwasser versorgt, was einen durchschnittlichen täglichen Verbrauch von 1 800 Kubikmetern mit sich bringt. Die vorhandenen vier Hochbehälter fassen insgesamt 2 475 Kubikmeter, wobei der Hochbehälter Kettrichhof mit 1 500 Kubikmetern die Spitzenposition einnimmt.
Rehm stellte detailliert den zeitlichen Ablauf der Projektplanung heraus. Mit der Fertigstellung rechnet er im Frühjahr 2019. Das vorgesehene Gebäude besteht aus einem zweigeschossigen Stahlbetonbau mit Satteldach. Integriert in das Gebäude sind ein Rohwasserspeicher von 20 Kubikmetern, zwei Reinwasserspeicher von je 35 Kubikmetern, verschiedene weitere Funktionsräume und ein Absetzbecken auf der südlichen Gebäudeseite.
Der Diplomingenieur stellte auch heraus, dass die vierstufige Aufbereitungsanlage auf dem neuesten Stand der Technik sei. Pro Stunde können 120 Kubikmeter Wasser aufbereitet werden. Von drei Reinwasserförderpumpen werden abwechselnd jeweils zwei in Betrieb sein. In die Planung miteinbezogen waren neben den bereits genannten Ingenieurbüros als Baugrundgutachter das Ingenieurbüro ICP, als Prüfstatiker das Büro BORAPA, Kaiserslautern, und für die Fachplanung Naturschutz das Ingenieurbüro Endress. (lof)