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Politik 20.03.2017

Steinmeier residiert im Schoss Bellevue

Amtsübergabe bei Kaffee und Tee – Gut gelaunter Gauck: „War schön mit Ihnen“

Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit einer symbolischen Amtsübernahme im Schloss Bellevue die Nachfolge von Joachim Gauck angetreten.

BERLIN. Der scheidende Präsident und Lebensgefährtin Daniela Schadt begrüßten Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender gestern auf der Treppe vor dem Schloss und zogen sich zum Gespräch zurück. Eine gute Stunde später verließen Gauck und Schadt den Amtssitz. Um Mitternacht war die Zeit des früheren DDR-Pastors als Bundespräsident abgelaufen.
Sichtlich entspannt und gut gelaunt war Gauck im Schloss Bellevue eingetroffen. „Guten Morgen allerseits. Heute haben wir etwas Schönes vor“, rief er den Reportern zu. Wenige Minuten später fuhr Steinmeier vor, erstmals in der Dienstlimousine mit dem Kennzeichen 0-1 und dem Stander mit dem Bundesadler auf dem Kotflügel. „Herzlich willkommen“, sagte Gauck im Nieselregen. Küsschen der Herren auf die Wange für die alte und die neue First Lady.
Über die Themen des folgenden Gesprächs bei Kaffee, Tee und Gebäck wurde wenig bekannt. Man habe die fünf Jahre Gauck im Amt Revue passieren lassen, hieß es. Bei einem kleinen Empfang gab es für die Mitarbeiter noch einmal Gelegenheit, Abschied zu nehmen. Dabei sei manche Träne geflossen, berichteten Teilnehmer.
Mit einer kräftigen Umarmung endete das Treffen des alten und des neuen Bundespräsidenten. „War schön mit Ihnen“, rief Gauck den im Regen wartenden Fotografen zu, und stieg in den Wagen, als Bundespräsident a.D.. Am Nachmittag fand ein Gottesdienst statt, am Abend zuvor hatte Gauck bei einem privaten Empfang auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen Politikern Abschied genommen.
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer würdigte zum Amtswechsel die Leistung Gaucks. „Es sind große Fußstapfen, in die Frank-Walter Steinmeier tritt“, sagte er der „Heilbronner Stimme“. Die CSU habe Steinmeier „als Person, nicht als Sozialdemokraten gewählt“ und erwarte, dass er der Bundespräsident aller Deutschen sein wird.
Gauck (77) hatte aus Altersgründen auf eine zweite fünfjährige Amtszeit verzichtet. Für Steinmeier beginnt heute der Alltag als Bundespräsident. Am Mittwoch wird der frühere SPD-Außenminister vor Bundestag und Bundesrat vereidigt. Es wird erwartet, dass er in seiner Rede vor den Parlamentariern Schwerpunkte seiner Amtszeit benennt. (dpa)