Anzeige FlixBus 9€ Aktion

PZ-Sonderthemen

PZ-Kur 2018

Bildergalerie

Das Wetter heute

Digitales Probeabo

Heimat-Jahrbuch / Heimatkalender

Sonderveröffentlichungen B 10

Telefonsuche

Lokalsport 16.04.2018

Transparent der Familie passt

Ringen: Pirmasenser Kevin Gremm deutscher Meister – Bundestrainer sieht genau hin

Nationaler Spitzensport, emotionale Kämpfe und lokale Erfolge: Das gab es am Wochenende an drei Tagen in der Pirmasenser Kirchberghalle bei den deutschen A-Jugend-Meisterschaften in der griechisch-römischen Stilart zu sehen.

Gestern wurde in den Finalkämpfen der für den ASV Hüttigweiler ringende Pirmasenser Kevin Gremm deutscher Meister in der 71-Kilo-Klasse. Janik Kiefer aus Höheischweiler errang bereits am Samstag im 110-Kilo-Limit die Bronzemedaille. Die holte er sich gestern bei der Siegerehrung noch ab. Kevin Gremm hatte in seinem Finalkampf vor vollen Rängen in der Kirchberghalle noch einen schweren Kampf gegen Maxim Riefling vom ASV Ladenburg. Nach vier Minuten stand er als 12:8-Punktsieger und deutscher Meister fest.
Bis ins Finale hatte Kevin Gremm sechs Gegner zu bezwingen und ging auch am Ende jedes Kampfes als Sieger von der Matte: „Wenn man Erster werden will, muss man eh alle besiegen“, hatte der 16-Jährige schon zuvor der PZ gesagt. Und er wollte deutscher Meister werden, zum zweiten Mal nach seinem B-Jugend-Erfolg vor drei Jahren. Das zählt schon lange nicht mehr, er musste jetzt erneut beweisen, dass er es kann – und hat es eindrucksvoll.
Viel los war immer an der Matte bei den Kämpfen von Kevin Gremm. Nicht nur die saarländischen Mannschaftskameraden feuerten ihn an, auch seine ehemaligen vom AC Thaleischweiler schauten genau, was der im vergangenen Jahr gewechselte Athlet auf die Matte bringt. Das war einiges und sorgte für zufriedene Gesichter. Christoph Gall sieht im Saarland die stärkste Trainingsgruppe, der Kevin seit drei Jahren angehört: „Kevin hat sein erklärtes Ziel bei der Meisterschaft erreicht und in dieser starken Gewichtklasse gezeigt, dass er die Nummer eins im Land ist.“
Den verdienten Lohn, die Goldmedaille, überreichte Bundestrainer Maik Bullmann. Der hat die Kämpfe in der Kirchberghalle ganz genau verfolgt. „Meine Aufgabe ist es, die Jungs zur EM und WM zu bringen. Ich bin nicht ergebnis-, sondern leistungsorientiert. An einigen Dingen müssen wir noch arbeiten. Gerade im Finale hat mir das defensive Verhalten nicht gefallen.“
Und der Ringer selbst? Nach unzähligem Händeschütteln und Schulterklopfen, Siegerehrung und Meisterbild sitzt er noch in der Halle, Medaille um den Hals, Urkunde und Pokal in den Händen: „So richtig kann ich das noch nicht begreifen“, beschreibt Kevin Gremm vorsichtig seine Gefühle.
Und gerade am Abend vorher, als er dann sicher im Finale war, habe er schon auf den Titel gehofft. Da fiel auch das Abendessen aus. „Das Gewicht ließ das nicht zu“, bedauert er, denn er war trotz „Heimmeisterschaft“ mit der Mannschaft im Hotel Kunz in Winzeln unterbracht. „Das wäre jetzt blöd, wenn ich allein zuhause sitze und die Mannschaft zusammen im Hotel ist“, sagte er, bevor er die Halle verließ.
Mit 72,5 Kilo wurde er am gestrigen Finaltag gewogen, zwei Kilo Toleranz sind hier für die Finalisten erlaubt. Vier Kilo Gewicht hatte er in der vergangenen Woche gemacht: unproblematisch für ihn.
Nun war alles ein bisschen viel: Die sieben Kämpfe an drei Tagen, fünf davon am langen Samstag. Dann der Rummel nach dem Finale. Gerade in den oberen Gewichtsklassen werden die Kämpfe teils sehr engagiert, manchmal auch ruppig geführt. Eine blutende Wunde holte er sich im letzten Vorrundenkampf gegen Alexander Truschakov vom ASV Vörstetten. Ob der Kopfstoß Absicht war, kann er nicht sagen. Möglich sei das schon. „Aber da musst du ruhig bleiben“, ließ er sich auf keine Provokation ein.
Wegen der Verletzung an der rechten Augenbraue rang er gestern auch mit einem breiten Verband, der zudem noch rot unterlegt war, weil er das rote Trikot hatte. Zur Siegerehrung nahm er ihn ab, ärztlich versorgt reichte ein immer noch deutlich zu sehendes Pflaster.
Dass er bei seinem Finalkampf führte und dann unkonzentriert nochmal einen Punkt kassierte, ärgert ihn. Doch es hat am Ende mit 12:8 hart erkämpften Punkten gereicht. Seine Familie vertraute ohnehin seinem Können: Das Transparent „Kevin deutscher Meister 2018“ war schon vorbereitet und wurde natürlich sofort an die Tribüne gehängt.