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Kultur 05.10.2017

Von Beethoven bis „Pink Floyd“

Festival Euroclassic: Neue Philharmonie Frankfurt begeisterte mit Klassik und Rock

Stehender Applaus und Begeisterungspfiffe in der voll besetzten Zweibrücker Festhalle belohnten die brillante Neue Philharmonie Frankfurt und ihre Solisten für ihr mitreißendes Cross-over-Konzert „Rock Meets Classic“. Mehr als zwei Stunden lang begeisterten die Musiker unter Leitung von Jens Troester mit Hits aus Klassik und Rock unter dem Motto „Liebe und Revolution“. Mit viel Herzblut gelang es Orchester, Rockband und Solisten, mit großer Klangopulenz und grandios inszenierten Soli, große Gefühle aufzubauen und letztlich die gesamte Festhalle zu rocken.
Dramatisch der Einstieg mit der Marseillaise des Franzosen Hector Berlioz und der Ouvertüre zu Johann Wolfgang Goethes Trauerspiel Egmont, komponiert von dem „musikalischen Freiheitskämpfer“ Ludwig van Beethoven als sinfonisches Drama. Gefühlvoll und herzzerreißend interpretierte die Sopranistin Julia Sukmanova die Arie „Abscheulicher, wo willst Du hin?“ aus dessen einziger Oper „Fidelio“.
Bei der rauschenden Sinfonie „Fluch der Karibik“ von Klaus Badelt zeichnete das Orchester, unterstützt von den Perkussionisten, lautmalerisch Kanonendonner und Wellenbewegung, Kampfgetümmel beim Überfall der Piraten in einer mitreißenden Dramaturgie.
Dann wurde es im Rahmen des Euroclassic-Festivals rockig. Tiefgründig und schillernd, mit prägnanter und facettenreicher Stimme, sorgten Karsten Stiers als Sänger der Rockband „Errohead“ mit „The Show must go on“ von „Queen“, getragen von dem vollen Orchestersound, für die ersten Begeisterungsstürme. Emotional aufgeladen, mit glissierenden Vibrati als Sphärenklänge in den Streichern, zeichnete das Orchester den Drogennebel rund um das „Requiem“ der Rockband Pink Floyd mit „Shine on you crazy diamond“.
Nach der Pause trafen in der „Ballata Imperial“ des Spaniers Juan Cabanilles, aufbereitet von Frank Heckel, musikalisch zwei feindliche Heere aufeinander, bis lautmalerisch ein wunderbarer Frieden einkehrte. Das Orchester unterlegte mit subtilen Energien als Pizzicati die Rockballade „Fields of gold“ von Sting, gefühlvoll interpretiert von Mirjam Wolf. Für Gänsehaut sorgte mit seiner markanten Stimme Achim Dürr mit dem Led Zeppelin-Hit „Stairway to heaven“ , potenziert durch den vollen Orchestersound der sichtlich leidenschaftlich spielenden Musiker: Rauschendes Crescendo, dem auf dem Klanghöhepunkt kontrastreich ein zartes, tiefsinniges Solo mit dem Refrain folgte. Nach dem martialischen „Marche au Supplice“ – dem Gang zum Schafott von Hector Berlioz, rockten Orchester und Solisten mit „Summer of 69“ von Bryan Adams und „Sledge Hammer“ von Peter Gabriel die Halle: Die 800 Zuhörer klatschten mit und viele tanzten in oder zwischen den Stuhlreihen. Musikalischer Höhepunkt war die Interpretation der „Hütte der Baba Yaga“ aus den Bildern einer Ausstellung von Modest Mussorgksy, einer für das Orchester im „Harley-Stil“ interpretierten Fassung des 1961 geborenen Ludger Vollmer.
Den Schlussakkord setzte der Pink Floyd-Hit „Another Brick in the wall“. Vehement erklatschte sich das Publikum gleich drei Zugaben, mit einer Joe Cocker-Interpretation von Achim Dürr als Finale. Informativ und witzig führte der künstlerische Leiter, Ralph Ziegler, durch das Programm.
Die „grandiose Zusammenstellung, die einfach fantastisch dargebracht wurde“, faszinierte nicht nur die Pirmasenserin Margot Weber. Begeistert war auch Elle Eibel aus Battweiler. „Ich habe mich bisher noch nicht so viel mit Klassik beschäftigt“, sagte die Dreizehnjährige, „aber der Mix ist einfach super.“ Der Blick auf das Publikum bestätigt, dass das Cross-over-Konzert Musikfreunde quer durch alle Generationen ansprach – ein erfolgreicher Weg, um auch junge Menschen für klassische Musik zu begeistern. (cvw)