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Stadt Pirmasens 10.08.2018

Das größte Eisfach der Stadt

Mitarbeiter im Wasgau-Kühlhaus sind arktischen Temperaturen ausgesetzt

Dick eingepackt, auch im Hochsommer: Die Mitarbeiter im Kühlhaus des Wasgau Logistikzentrums. (Foto: Daub)

Minus 24,9 Grad! Was sich liest wie ein Wert aus der weit entfernten Antarktis, erleben die Mitarbeiter im Kühlhaus des Wasgau Logistikzentrums in Pirmasens täglich hautnah. So tief unten im Keller sind die Temperaturen dort auf rund 2 000 Quadratmetern, um die Tiefkühlware für die Wasgau Frischemärkte und die Cash & Carry-Filialen des Konzerns zu kühlen. Bei Außentemperaturen von bis zu 39 Grad in letzter Zeit wohl einer der Arbeitsplätze der Region mit dem größten Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen.

„1 500 verschiedene Produkte lagern hier“, erklärt Lagerleiter Lorenz Kretz, die Renner seien derzeit Tiefkühlpizzen und Speiseeis. Jeden Morgen ab vier Uhr rollen die Laster an die Rampen des Logistikzentrums und bringen auch neue Ware für den wohl größten Tiefkühlschrank der Stadt. Der wird von fünf Kühlmaschinen konstant auf Temperatur gehalten. Ammoniak kühlt die Halle runter, das sei umweltfreundlicher als herkömmliche Kühlmittel, erklärt Kretz.
Während auf der einen Seite die neuen Waren ankommen und von Mitarbeitern in den Gefriertrakt des großen Logistikzentrums gebracht werden, verlassen auf der anderen Seite der Halle bereits die Bestellungen der Wasgaumärkte das Kühlhaus und werden in überdimensionalen Eisschränken auf den Abtransport vorbereitet. Neun Mitarbeiter kümmern sich ausschließlich um das, was ins Kühlhaus reinkommt und wieder rausgeht. Sechs von ihnen kommissionieren die Ware für den Abtransport, drei fahren mit Staplern die Paletten an die vorgesehenen Plätze. Und das dick eingepackt, auch bei hochsommerlichen Temperaturen.
Während andere nur in Badehose und Bikini in die Badeseen und Freibäder der Region springen, gehören hier Wintermütze, dicke Jacke, gefütterte Hose und Winterstiefel zur täglichen Berufskleidung. Maximal 90 Minuten dürfen die Mitarbeiter in den Wasgau-Eisschrank, danach gibt es 15 Minuten Pause zum Aufwärmen. Zusätzlich zur normalen Pause während der Schicht, versteht sich. „Die Männer gehen dabei in voller Montur auch mal raus in die Sommerhitze“, erläutert Kretz, dass durch die Kälteschutzkleidung der Körper die eigene Temperatur länger hält und sich nicht den extremen Schwankungen von bis zu 50 Grad anpassen muss. Das schone Kreislauf und Wasserhaushalt des Körpers, das Immunsystem dankt es.
Wer denkt, die Mitarbeiter im Kühlhaus seien ständig erkältet, irrt. Im Gegenteil. Laut Kretz habe das Kühlhaus verhältnismäßig den geringsten Krankenstand im ganzen Logistikzentrum. Dennoch wird das Personal regelmäßig untersucht. Alle drei Jahre wird der Gesundheitszustand der Mitarbeiter auf Kältetauglichkeit überprüft. „Das ist ein harter Job für meine Leute. Wir haben dort keine Fenster, keine Frischluft von außen und acht Stunden sibirische Kälte. Da liegt uns die Gesundheit der Leute am Herzen“, unterstreicht der Lagerleiter. Gerangel um die Arbeit im Kühlhaus bei der Sommerhitze gebe es nicht. Es existieren Pläne und jeder weiß genau, was er zu tun hat. Auch wenn einmal der Strom ausfällt und damit die Kühlung der riesigen Halle. Dann hat seine Mannschaft vier Stunden Zeit, alles wieder zum Laufen zu bringen, denn so lange dauert es bis die Temperatur in der Halle auf minus 18,5 Grad gestiegen ist und die ersten Lebensmittel nicht mehr in den Verkauf dürfen. Einen Stromausfall habe es aber in den 18 Jahren, in denen das Gebäude nun in Betrieb ist, erst einmal gegeben. Wärmer als minus 20 Grad ist es seinerzeit laut Kretz nicht geworden. (dau)