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Stadt Pirmasens 09.11.2018

Ernst lässt bei Fußgängerzone nicht locker

Pirmasenser Autor will neuen OB in die Pflicht nehmen – Erste Gespräche laufen bereits

Für Bernd Ernst muss die Fußgängerzone Alleinstellungsmerkmale bieten, vor allem in der oberen Hauptstraße, die von viel Leerstand geprägt ist. (Foto: Archiv/Scharf)

Bernd Ernst

Der Pirmasenser Autor Bernd Ernst hat bereits im Sommer einen Aufwertungsprozess für die Fußgängerzone gefordert. Inzwischen hätten erste Gespräche – auch mit der Stadtspitze – stattgefunden. Ernst sagt: „Der Wahlkampf ist rum, jetzt nehme ich die beim Wort“, hofft er auf Unterstützung von vielen Seiten. Ideen und Mitstreiter habe er bereits einige gesammelt.

Bisher habe er nur positives Feedback zu seinen Vorstößen erhalten, berichtet Ernst. Im September habe er sich mit den damals noch OB-Kandidaten Markus Zwick und Sebastian Tilly im Begegnungszentrum „Mittendrin“ getroffen. Auch Albert Gomille von der Diakonie sei dabei gewesen. Ernst gehe es bei seinen Bemühungen darum, Prozesse anzustoßen.
„Ich bin ja nicht weltfremd. Ich weiß auch, dass es nicht innerhalb eines Jahres zu realisieren ist, dass die Fußgängerzone plötzlich wieder in altem Glanz erstrahlt“, sagt er. Aber er habe nun 25 Jahre den schrittweisen Niedergang miterlebt. „Und ich glaube fest daran, dass wir gemeinsam jetzt eine Zeit des schrittweisen Aufblühens einläuten und miterleben können.“ Aber: Dafür müsse etwas getan werden und meint damit die Stadtspitze, den Stadtrat, die Händler, die Immobilienbesitzer und auch gesellschaftliche Gruppen und Vereinigungen. „Das kann nur gemeinsam und ohne Eitelkeiten gelingen“, ist Ernst überzeugt.
Er sehe auch schon erste Schritte in die richtige Richtung. „Dass die Innenstadt jetzt Fördergebiet ist, finde ich sehr gut. Außerdem bin ich – wie viele Pirmasenser – sehr gespannt, was der Citymanager so vorhat.“ Doch hier mahnt Ernst zur Geduld und warnt vor überzogenen Erwartungen. Vor allem, weil die Stadt so einen Posten noch nie hatte und Citymanager Constantin Weidlich bei Null anfange. „Daher finde ich die Befristung auf erst einmal ein Jahr auch etwas unglücklich“, sagt er.
Mit großer Freude habe er vernommen, dass beide OB-Kandidaten das Problem erkannt hätten und zum Teil ihres Wahlkampfes gemacht haben. „Nun muss der neue OB aber auch zeigen, dass er es auch wirklich angeht. Ich bin da guter Dinge“, sagt Ernst. Gut findet er beispielsweise das neue Edeka, das die Nahversorgung in der Innenstadt aufwerte.
Ernst schweben schon weitere, umsetzbare Ansätze vor. „Warum machen wir nicht mehr Märkte in der unteren Fußgängerzone? In Burbach im Saarland beispielsweise gibt es regelmäßig einen orientalischen Markt, der viele Leute in die Innenstadt lockt.“ Das würde Pirmasens von anderen Städten und Märkten unterscheiden, ist er sich sicher. Und die Neuauflage des Schusterbrunnenfestes, die hält er nach wie vor für ganz wichtig.
Natürlich sei es nicht so, dass ein Fest gemacht wird, und plötzlich laufe alles wie von selbst. „Aber wir müssen die Leute in die Fußgängerzone bringen und ihnen zeigen, was es da alles gibt. Das geht nur mit Beharrlichkeit und immer wieder neuen Aktionen und Festen“, findet der Autor. Deshalb wünsche er sich auch ein Straßenmusikertreffen, eben etwas, was es so noch nicht in Pirmasens und Umgebung gibt.
Zuerst müsse das Image aufgewertet werden und dann zögen irgendwann auch die Hausbesitzer nach. „Die wollen natürlich sehen, dass sich dort was entwickelt, bevor sie Geld in die Hand nehmen“, vermutet er. Das Förderprojekt Innenstadt könne dazu Anreize bieten.
Sein Konzept sieht er dabei als Angebot einer Diskussionsgrundlage. Er sei nicht so vermessen, zu denken, für alles eine Lösung zu haben. „Aber ich glaube auch, dass so ein Anstoß von außen helfen kann. Ich will helfen, den Stein ins Rollen zu bringen. Es habe eine ganz andere Außenwirkung, wenn die Pirmasenser zusammenarbeiten und gemeinsam etwas bewegen wollen.
Das nächste Treffen mit der Stadtspitze und weiteren Akteuren findet am 13. November statt. Geht es nach Ernst, werden dann konkrete Arbeitsaufträge verteilt. „Es soll jetzt losgehen“, sagt er voller Tatendrang. (dab)