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Stadt Pirmasens 28.08.2015

„Etwas Würdiges“ für die Villa Loeser

Innenausbau soll bald beginnen – Nutzung des Gebäudes immer noch unklar

Nach der Außensanierung der Villa Loeser samt Dach sind jetzt bald die Innenräume dran. (Fotos: Stegner)

Viel zu tun gibt es noch auf dem Grundstück hinter der Villa. Dort könnten sich die Eigentümer auch einen Anbau für beispielsweise ein Hotel vorstellen.

Es ist ein ehrgeiziges Projekt mit großer Strahlkraft, doch seit Beginn des Jahres steht die Arbeit an der Villa Loeser in der Lemberger Straße still. Bald soll es jedoch weitergehen, so dass die Villa im Frühjahr 2016 fertig ist. Eine Bestimmung hat sie indes noch nicht.

„In etwa vier bis sechs Wochen geht es mit den Arbeiten weiter“, versicherte Victor Melzer, Prokurist der Ludwigshafener Eigentürmerfirma Gemoro im Gespräch mit der PZ. Nachdem im letzten Jahr die Außenfassade saniert wurde und die Villa seitdem im neuen Glanz erstrahlt, soll es nun an den Innenausbau gehen. Hierfür seien die Vorbereitungen schon getroffen worden. „Die Wände stehen bereits, die Elektrik ist vorbereitet, die Leitungen gezogen. Trotzdem wird der Innenausbau noch einige Zeit in Anspruch nehmen“. Frühjahr 2016 ist als Termin angepeilt. Der ursprüngliche Plan sah eine Fertigstellung im Herbst dieses Jahres vor.
Den Grund dafür, dass in diesem Jahr noch nichts gemacht wurde, erklärt Melzer wie folgt: „Wir wollten die Renovierungen auf die zukünftige Nutzung ausrichten. Leider haben wir momentan noch keine konkrete Zweckbestimmung.“ Das läge auch daran, dass noch keine Interessenten für die Vermietung gefunden wurden. Das Gebäude sei von den rumänischen Investoren als Liebhaberobjekt erstanden worden, eine konkrete Nutzung sei erst einmal zweitrangig gewesen. „Die Villa Loeser ist einfach zu schade, um zu verfallen.“ Angebote habe es gegeben, jedoch sei nichts Seriöses dabei gewesen. „Uns schwebt für die Villa etwas Würdiges und Interessantes vor“. Vorstellen kann sich der Prokurist beispielsweise ein Hotel, bei Bedarf mit Anbau, oder ein Zentrum für plastische Chirurgie.
Nun hat sich Gemoro entschlossen, die Arbeiten dennoch fertigzustellen, damit mögliche Mieter das „Endprodukt“ zu Gesicht bekämen. Und das soll sich sehen lassen können. Für den Innenraum wurden unter anderem Echtholzbalken nachbestellt, ähnlich denen, die die Villa zu ihren Glanzzeiten getragen hat. Auch die Innentüren ließen die Eigentümer fertigen, so dass das Schmuckstück dem Originalzustand so nah wie möglich ist. Zudem wurde die Villa komplett neu isoliert. „Sie wird dort noch lange und im guten Zustand stehen. Natürlich ist das nicht günstig“, sagt Melzer. Die genaue Summe, die bisher in das Projekt geflossen ist, wollte der Prokurist nicht nennen. Zusammen mit dem Kaufpreis läge sie aber noch unter einer Million Euro.
Um die Kosten dennoch niedrig zu halten, wurde auf regionale Firmen verzichtet. „Einige hatten zu hohe Preisvorstellungen. Außerdem hatten viele Firmen nicht die Kapazitäten für einen solchen Arbeitsaufwand“, erklärt Melzer diese Entscheidung.
Gemoro setzt bei den Bauarbeiten auf Leute aus Rumänien. Eigens für die Loeser-Sanierung wurde eine Firma mit fünf Mitarbeitern gegründet. „Das funktioniert, auch wenn viele Leute nicht glauben konnten, dass lediglich fünf Männer das Dach neu gemacht haben“, sagt Melzer. Dass einige vermuten, dass bei der Renovierung nicht alles mit rechten Dingen zugehe, beweist ein anonymes Schreiben an die PZ. Dort werden Vorwürfe erhoben, dass Gemoro Schwarzarbeiter aus Osteuropa beschäftige und Arbeitnehmer mit Arbeitsverträgen nicht den Mindestlohn von 8,50 Euro erhielten. Melzer reagiert gelassen auf die Vorwürfe: „Das wurde doch bereits überprüft. Während den Bauarbeiten im letzten Jahr war der Zoll mit rund 20 Leuten bei uns zu Gast. Es gab keine Beanstandungen“, sagt der 50-Jährige, der in Pirmasens aufgewachsen ist.
Das zuständige Hauptzollamt Saarbrücken durfte aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Aussage zu dieser Überprüfung machen. Melzer: „Es müsste jemand schon ziemlich durchgeknallt sein, bei einem solch öffentlichkeitswirksamen Objekt sich nicht an die Regeln zu halten“. (pci)