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Stadt Pirmasens 11.10.2018

Forst ertüchtigt Abfuhrwege

Hälfte des 500-Kilometer-Netzes wird im Gegenzug für Schwertransporte gesperrt

Klimawandel, Forstwege und Sägewerke. Auf den ersten Blick haben die drei Begriffe wenig miteinander zu tun. Sie stehen jedoch in einem komplexen Beziehungsgeflecht. Wegen des Klimawandels gibt es im Winter längere Regenperioden und nur noch selten strengen Frost. Die Folge: Forstwege weichen auf, tonnenschwere Holztransporter können nicht mehr in den Wald. Den Sägewerken fehlt Nachschub.

Um deren Nachfrage ständig bedienen zu können, reagiert das Forstamt Westrich: die Abfuhrwege werden Zug um Zug wetterfester gemacht. Zum Hang hin gibt es einen Wassergraben. Talwärts wird Wasser über Mulden abgeleitet. Damit der Regen gut abläuft und die Wege möglichst nicht matschig werden, sind sie im Rund- oder Dachprofil ausgebildet. Wenn kein fester Unterbau vorhanden ist, werde auch geschottert, berichtete Theodor Ringeisen, der Leiter des Forstamts Westrich, im Gespräch mit der PZ. Hin und wieder müssten auch Bäume gefällt werden. Komplette Neubauten seien aber die absolute Ausnahme, versichert der Forstamtsleiter.
Das Projekt ist auf insgesamt 20 Jahre angelegt und bereits angelaufen. Etwa 30 Prozent der Arbeiten, die ausgeschrieben werden, sind erledigt. Bauzeit ist in der Regel vom Frühjahr bis in den Oktober. Derzeit sind noch ein paar kleinere Restarbeiten zu erledigen, dann ist Winterpause. In diesem Jahr wurde zum Beispiel der 2,5 Kilometer lange Abfuhrweg vom Beckenhof in Richtung B 10 (400 Meter parallel zur befestigten Zufahrt) ausgebaut und geschottert. Wetterfest ist mittlerweile auch der 800 Meter lange Weg von der Platte über den oberen Glasberg in Richtung Bundesstraße.
Zwei Millionen Euro sind in der Finanzplanung des Forstamts in den nächsten 20 Jahren für die Ertüchtigung der Wege mit einer Länge von insgesamt 250 Kilometern veranschlagt. Die Kosten muss das Forstamt Westrich über den Holzverkauf selbst wieder erwirtschaften. Etwa 35 000 Kubikmeter Stamm- und Industrieholz, der Löwenanteil sind Nadelhölzer und Buchen, verkauft das Amt jährlich im Schnitt an Sägewerke. Die bis zu fünf Meter breiten Hauptwege mit den Lagerplätzen sind durchgängig, Nebenstrecken haben einen Wendeplatz für die über 20 Meter langen Lastwagen. Wie Ringeisen betonte, wurden auf der anderen Seite 250 Kilometer bestehende Waldwege im 7 500 Hektar großen Landesforst für die 38 Tonnen schweren Holztransporter bereits komplett gesperrt. Hier dürfen nur noch Forstmaschinen, -fahrzeuge und die privaten Holzabholer rein. Oft verlaufen dort auch Wanderrouten. An solchen Stellen werde der Forst entstandene Fahrgleise wieder einebnen, verspricht Theodor Ringeisen einen ungetrübten Freizeitspaß.
Er berichtete, dass in den vergangenen Jahren viele kleine Sägewerke im Großraum Pirmasens wegen des hohen Wettbewerbsdrucks aufgegeben hätten. Die heutigen Sägewerke mit ihrer teuren Technik brauchten ständig große Mengen an Holz, um rentabel zu arbeiten. Da auch kaum Lagervorräte angelegt würden, bräuchten die Firmen auch bei schlechtem Wetter Nachschub aus dem Wald. Mit dem neuen Wegekonzept reagiere das Forstamt auf die veränderten Bedingungen. (pio)