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Lokalsport 20.11.2017

In Unterzahl kommt „die Klub“ in Fahrt

Fußball: Erst nach dem Platzverweis für Jonas Singer macht der FKP den Sieg gegen SV Morlautern klar

Klasse Tor: Der eingewechselte David Kazaryan trifft per Kopf zum 3:0-Endstand für den FKP. Morlauterns Daniel Haag (Nummer zehn) und Torwart Thorsten Hodel haben das Nachsehen. (Foto: Reiser)

Gelungene Revanche für den FK Pirmasens: „Die Klub“ hat am Samstag mit einem 3:0 (1:0)-Erfolg gegen den SV Morlautern Wiedergutmachung für die unglückliche 1:2-Niederlage in der Vorrunde geleistet. Lange Zeit sah es im Nachbarduell der Fußball-Oberliga im Sportpark Husterhöhe nicht nach einem deutlichen Ergebnis zugunsten der Tretter-Elf aus, denn die Gäste standen tief, teilweise mit einer Fünferkette in ihrer eigenen Hälfte, und hielten die Hausherren fast eine Stunde lang energisch vom Eindringen in den Strafraum ab.

Erst als Morlautern nach einem berechtigten Platzverweis von Jonas Singer (59., wiederholtes Foulspiel) offensiver agierte und den Abwehrverbund löste, ergaben sich für den FKP Räume, die Dennis Krob (65.) und David Kazaryan (86.) eiskalt ausnutzten. Den frühen Führungstreffer erzielte, nach Freistoß von Patrick Freyer, Innenverteidiger Marco Steil (9.), der in der Vorwoche Vater wurde.
„Im Endeffekt sind wir mit den drei Toren noch gut bedient, der FKP hätte vor allem in der Schlussphase das ein oder andere Tor mehr machen können“, stellte Morlauterns Co-Trainer Uwe Dengel fest, der den kurzfristig erkrankten Karl-Heinz Halter an der Seitenlinie vertrat. FKP-Trainer Peter Tretter lobte seine Mannschaft für ihre Ausdauer und Disziplin und bezeichnete den Treffer von Dennis Krob als eminent wichtig. „Der fiel in einer Phase, als das Spiel auf der Kippe stand.“
Bei dem Treffer zeigten sich einmal mehr die Knipserqualitäten von Dennis Krob, der nach einem Schnitzer von SVM-Abwehrchef Robin Cronauer konsequent nachsetzte, den Ball im Strafraum unter Kontrolle brachte und mit dem linken Fuß unter die Latte donnerte. Auch der junge David Kazaryan zeigte nach seiner Einwechslung, dass mit ihm zu rechnen ist. Nach Vorarbeit von Salif Cissé netzte der 19-Jährige mit einem tollen Flugkopfball zum Endstand ein. „Ich muss das Ganze erst verarbeiten. Ich bin froh, dass der Trainer mir die Chance gegeben hat“, strahlte Kazaryan.
Ein ausdrückliches Lob gab es von Peter Tretter für den eingewechselten Sebastian Brenner. „Er hat ein überragendes Spiel abgeliefert“. Bezüglich des Nachholspiels am Dienstag gegen den FV Engers erklärte der Pirmasenser Trainer: „Der tiefe Rasen hat viel Kraft gekostet, wir hatten sehr viel Ballbesitz.“ Zum gesamten Kader habe er vollstes Vertrauen: Falle ein Spieler verletzungsbedingt oder wegen einer Sperre aus – wie im kommenden Spiel Jonas Singer – dann springe ein anderer ein: „Die Qualität stimmt, alle geben Gas und ziehen mit“, berichtete Tretter.
Ein Ausrufezeichen konnte Jan Luca Rebmann, der von Beginn an ran durfte, nicht setzen. Die Abstimmung mit dem auf seiner Seite agierenden Patrick Freyer klappte in der Vorwärtsbewegung nicht gut, was sich in vielen Fehlpässen und unnötigen Laufwegen zeigte. Bis zum Platzverweis tat sich aber auch die gesamte FKP-Mannschaft im Angriffsspiel schwer. Nach guten Kombinationen fehlte der letzte Pass. Dennis Krob, der für Christopher Ludy in der Sturmzentrale ran durfte, war zwar bemüht, erhielt aber keine Bälle. „Es hat lange gedauert, bis wir ins Spiel gekommen sind. Unser Umschaltspiel war nicht so gut, weder nach Ballverlusten noch im Angriff“, analysierte Peter Tretter. In Unterzahl fruchteten seine Umstellungen und Einwechslungen: Yannick Grieß kam für die Innenverteidigung, Yannik Osee wechselte nach vorne und machte über die rechte Seite Dampf. David Kazaryan traf, Sebastian Brenner ordnete das Mittelfeld.
Morlauterns Trainer Uwe Dengel trauerte der einzigen Torchance von Robin Cronauer (41.) nach, der den Ball freistehend aus zehn Metern weit über das Pirmasenser Tor drosch. „Den musst du normal machen, dann steht es zur Pause 1:1.“ Stattdessen sei aus dem Nichts der zweite Treffer gefallen. „Da tritt Robin Cronauer über den Ball – unsere Blickrichtung geht nach unten, die vom FKP nach oben, das sagt alles“, bilanzierte Uwe Dengel enttäuscht.
Für den FKP gibt es einen weiteren Grund zur Freude: Mitkonkurrent 1. FC Kaiserslautern II büßte bei Hertha Wiesbach Punkte ein.


Yannick Osee: Zunächst Innenverteidiger, dann Flügelstürmer: Wo der 20-Jährige zum Einsatz kam, verrichtete er seine Aufgabe fehlerlos, konzentriert und mit Engagement. Absolvierte in Unterzahl ein enormes Laufpensum.



FKP-Trainer Peter Tretter: Die Gelb-Rote Karte kann man schon geben. Das war ein taktisches Foul und Jonas Singer war schon vorbelastet.
FKP-Spieler Yannick Osee: Die letzten zehn Minuten haben enorm viel Kraft gekostet. Eine Lieblingsposition habe ich nicht, ich spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt.
FKP-Spieler Sascha Hammann: Es hat etwas die Spritzigkeit gefehlt. Morlautern war aber auch schwer zu spielen, die haben in der Abwehr sehr tief gestanden.
FKP-Co-Trainer Jens Schaufler: Man hat unserem Team die Spielpause angemerkt. In Unterzahl ist es besser gelaufen, da gibt jeder Spieler ein paar Prozente mehr und Morlautern wollte offensiver agieren, was zu Räumen führte.
FKP-Spieler Christian Grimm, der in Homburg vom Platz getragen wurde: Bei mir wurde ein Muskelbündelriss festgestellt. Das dauert sechs bis acht Wochen. In diesem Jahr kann ich nicht mehr eingreifen.