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Landkreis Südwestpfalz 14.09.2018

Kampfkandidatur um Rodalber CDU-Vorsitz

Martin Frank greift Vorstand und dessen Kandidatin scharf an

Wirft seinen Hut in den Ring: Martin Frank. (Foto: Archiv/Betz)

Stephan Matheis (Mitte) führte in den vergangenen zwei Jahren den CDU-Ortsverband Rodalben. Seine Stellvertreter waren Diana Matheis und Hubert Hubele. (Foto: Archiv/Fuhser)

Wenn heute um 19 Uhr im Hotel „Zum Schokoladengießer“ in der Hauptstraße in Rodalben die Christdemokraten einen neuen Vorstand wählen, wird es um den Vorsitz im CDU-Ortsverband eine Kampfkandidatur geben. Gegen die vom Vorstand favorisierte Bewerberin Diana Matheis tritt Martin Frank an, der schon im Vorfeld harsche Kritik an der aktuellen Vorstandsriege übt: Der bisherige Vorsitzende Stephan Matheis sei „abgesägt“ worden, und der jetzige Vorstand sei ein „kleiner Klüngel von Personen, die bestimmen.“

SüDWESTPFALZ. Zur Erinnerung: Vor drei Wochen hatte der CDU-Ortsvorstand bekannt gegeben, dass der bisherige Vorsitzende Stephan Matheis aus beruflichen Gründen und freien Stücken nicht mehr kandidiert. Die Führungsriege hat die bisherige stellvertretende Vorsitzende Diana Matheis als Kandidatin für den Vorsitz vorgeschlagen und sich gleichzeitig auch schon festgelegt, dass die 43-jährige Lehrerin bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr Stadtbürgermeisterkandidatin werden soll.
Eine ganz andere Lesart der Neuformierung des CDU-Ortsvorstandes hat nun Martin Frank, der sich selbst als „großer Kritiker in der CDU Rodalben“ bezeichnet. Weil nach seiner Überzeugung derjenige, der kritisiert, auch etwas tun solle in einer politischen Partei, habe er eigentlich vorgehabt, als Beisitzer im neuen Ortsvorstand mitzuarbeiten. „Mit großer Überraschung habe ich dann erfahren, dass Stephan Matheis abgesägt wurde“, zieht Frank die Äußerungen des jetzigen Ortsvorstandes zum Abschied von Matheis in Zweifel.
Allerdings widerspricht der noch amtierende Vorsitzende dieser Darstellung vehement. „Es ist ein Unding, das so darzustellen“, empört sich Stephan Matheis gegenüber der Pirmasenser Zeitung: „Ich ziehe mich zurück, weil ich aus beruflichen Gründen künftig weniger Zeit haben werde.“
Martin Frank hat aber noch weitere Kritikpunkte an der CDU-Führungsriege in Rodalben. „Meiner Meinung nach wird die CDU Rodalben aktuell wie eine Wählergruppe geführt. Es gibt einen kleinen Klüngel von Personen, die bestimmen, Meinungen von außen werden nicht akzeptiert“, kritisiert er die jetzigen Vorstandsmitglieder: „Das zeigt sich unter anderem daran, dass der alte Vorstand der Entscheidung des neu zu wählenden Vorstands vorgreift und Diana Matheis schon jetzt schon als Kandidatin für den Bürgermeisterposten vorschlägt.“ Und noch einen Vorwurf macht er der aktuellen Parteiführung in Rodalben: „Ein weiterer Beleg hierfür ist, dass Personen, die dem alten Vorstand angehören und als Kritiker gelten, nicht mehr gefragt wurden, ob sie nochmals für den Vorstand kandidieren sollen.“ In etlichen Gesprächen mit CDU-Mitgliedern sei auch immer wieder der Unmut über die aktuelle Situation in der CDU Rodalben geäußert worden.
An dieser Stelle wolle er ansetzen, kündigt Martin Frank an, denn er sehe seine Aufgabe als Vorsitzender darin, die Mitglieder wieder aktiv in die CDU Rodalben einzubinden, etwa mit einem monatlichen Stammtisch.
Diesen Vorwurf lässt die zweite Vorsitzende Diana Matheis nicht auf sich sitzen. „Wir machen unsere normale Vorstandsarbeit, wie es in einem CDU-Ortsverband sein sollte, und arbeiten auch mit der Fraktion zusammen“, erklärt sie. Vollkommen haltlos sei die Unterstellung, dass die Rodalber Parteimitglieder nicht in die Arbeit des Ortsverbandes einbezogen werden: „Einen Stammtisch gibt es schon längst, und zu unseren Aktivitäten wie gerade dem Grumbeerebrode zur Kerwe oder Arbeitseinsätzen sind alle Mitglieder eingeladen.“ Der Ortsvorstand sei offen für Vorschläge und Mitarbeit jedes einzelnen Mitgliedes.
Von „Klüngel“ und „Abschottung“ einer kleinen Gruppe im Vorstand könne keine Rede sein, im Gegenteil. Wenn Martin Frank für den Ortsvorsitz kandidiere, habe er selbst eine kleine Gruppe, die sich selbst als innerparteiliche Opposition sehe, hinter sich. Nach PZ-Informationen hat sich diese Gruppe um den früheren Verbandsbürgermeister Werner Becker gebildet. Genau gegen eine solche Grüppchenbildung wendet sich Diana Matheis: „Der CDU-Ortsverband ist seit einiger Zeit auf einem neuen Weg, seit sich der Vorstand von Vorkommnissen der Vergangenheit distanziert hat.“
Frank macht auch gleich deutlich, dass er eine Kandidatur als Stadtbürgermeister nicht anstrebe. Die Christdemokraten hätten einige potenzielle Kandidaten, zu denen er auch Diana Matheis zähle, so Frank, der seine Konkurrentin um den CDU-Ortsvorsitz dann direkt angreift: „Allerdings muss eine gute Kandidatin nicht auch eine gute Vorsitzende sein.“ Diana Matheis sei als bisherige stellvertretende Vorsitzende für die aktuelle Lage der CDU Rodalben verantwortlich. (glö)