PZ-Sonderthemen

PZ-Kur 2018

Bildergalerie

Das Wetter heute

Digitales Probeabo

Heimat-Jahrbuch / Heimatkalender

Sonderveröffentlichungen B 10

Telefonsuche

Stadt Pirmasens 05.05.2017

Liberaler, Arzt , Investor und Schwimmer

Zum Tod des Stadtrats Dr. Walter Krämer – FDP-Stadtverband wieder stark gemacht

Dr. Walter Krämer ist tot. Der Pirmasenser FDP-Chef starb am Mittwoch im Klinikum Wetzlar offenbar an den Folgen einer Lungenembolie, die er am Sonntag bei den deutschen Seniorenmeisterschaften im Langstreckenschwimmen erlitten hatte.

Nach zwei Wettkämpfen am Samstag über 200 und 800 Meter hatte Krämer am vergangenen Sonntagmorgen auch über die 400 Meter Krauldistanz gemeldet und das Rennen im hessischen Wetzlar lange dominiert. Auf der letzten Bahn sei er aber immer langsamer geworden und dann die letzten Meter auf dem Rücken liegend ins Ziel geschwommen. Er habe stark nach Luft gerungen und sei aus dem Wasser gezogen worden, hieß es beim Deutschen Schwimmverband. Zwei Ärzte, die zufällig am Beckenrand standen, hätten ihn sofort versorgt. Der Notarzt sei nach fünf Minuten eingetroffen und es sei gelungen, ihn zu stabilisieren. Er sei bei Bewusstsein gewesen und dann auf die Intensivstation in Wetzlar gebracht worden. Gestern bestätigten Freunde, die sich schockiert zeigten, dass er dort am Mittwoch gestorben ist.
Am 26. Juni wäre der FDP-Fraktionschef im Pirmasenser Stadtrat 70 Jahre alt geworden. Bei der Kommunalwahl im Juni 2009 hatte er für einen Paukenschlag gesorgt. Die Pirmasenser wählten den bekannten Nierenfacharzt und erfolgreichen Blau-Weiß-Schwimmer (mehrfacher deutscher Seniorenmeister) vom 5. auf den 1. Platz der FDP-Liste. Die Liberalen schafften mit zwei Mandaten den Wiedereinzug in den Stadtrat und gehören seither zur bürgerlichen Rathauskoalition. Im Stadtrat hob sich Walter Krämer insbesondere durch seine ultrakurzen und knackigen Beiträge von anderen Lokalpolitikern ab. Immer versuchte er dabei, das freidemokratische Gedankengut einfließen zu lassen.
Kurz vor dem letzten Urnengang 2014 hauchte er dann dem Ärztehaus am Schelp-Kreisel neues Leben ein, nachdem selbst Fachleute nach jahrelangem Stillstand nicht mehr an die Umsetzung geglaubt hatten. Als Investor war er zusammen mit seinen drei ältesten Söhnen spontan bereit, Geld in das Vorhaben zu stecken und sein Fachwissen einzubringen, nachdem er seine erfolgreiche Großpraxis im Oktober 2010 an das Unternehmen Nephrocare verkauft hatte. Und es gelang ihm außerdem, befreundete Unternehmer in den Kreis der zehn Gesellschafter zu holen. Ein großer Tag war für Walter Krämer die Landtagswahl vor gut einem Jahr, als sein politischer Ziehsohn Steven Wink ins Parlament einzog.
Als die Rathauskoalition aus CDU, Wählerblock und FDP am 31. März den Erlenbrunner Unternehmer Jürgen Stilgenbauer als künftigen ehrenamtlichen Beigeordneten vorstellte, hatte Dr. Walter Krämer am Rande der Runde noch mit seiner körperlichen Fitness und seinem ungebrochenen sportlichen Elan kokettiert. Vor kurzem war er noch in einem Trainingslager für Seniorenschwimmer in Florida und veröffentlichte dies auch auf Facebook. Niemand dachte bei der Pressekonferenz auch nur im Traum daran, dass der Arzt, leidenschaftliche Ausdauersportler, FCK-Fan und überzeugte Liberale fünf Wochen später nicht mehr am Leben sein würde.
Walter Krämer, der in Neustadt geboren wurde und in Mannheim in einem sozialistischen Elternhaus aufwuchs und 20 Jahre SPD-Mitglied war, hinterlässt eine Frau und fünf erwachsene Kinder. Ein Termin für seine Beisetzung steht noch nicht fest. Der Deutsche Schwimmverband reagierte gestern betroffen auf die Todesnachricht. (pio)