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Kultur 15.04.2014

Mehr Aufmerksamkeit für Heinrich Bürkel

Dauerausstellung im Form Alte Post eröffnet

Sehr groß war das Interesse für die Heinrich-Bürkel-Ausstellung bei der Eröffnung der Dauerausstellung im Nordflügel des Forums Alte Post. (Foto: Fuhser)

Die Farbgebung der Wände in der Bürkel-Ausstellung unterstützt die Gliederung der Werkschau und soll auch ästhetisch die Bürkel'schen Farben in den Gemälden, wie hier die „Campagnalandschaft mit Aquädukten“ hervorheben.

Sehr groß war das Interesse bei der festlichen Eröffnung der Dauerausstellung mit Gemälden und Zeichnungen des in Pirmasens geborenen Biedermeier-Malers Heinrich Bürkel am Sonntagmorgen im Forum Alte Post. Weit über 200 Kunstinteressierte waren gekommen.
Er sei freudig überrascht über den Andrang, sagte der Beigeordnete der Stadt, Michael Schieler bei seiner Begrüßung. Die Eröffnung der Dauerausstellung sei gleichzeitig auch der Abschluss der Sanierung der Alten Post. Die Präsentation einer repräsentativen Auswahl von Werken des 1802 in Pirmasens geborenen Malers – rund 60 Gemälde und Zeichnungen werden gezeigt – sei auch allen Oberbürgermeistern in den letzten Jahrzehnten ein großes Anliegen gewesen, sagte Schieler.
Sehr früh habe die Stadt den Wert des Nachlasses Bürkels erkannt, auch wenn, wie Robert Oberhauser vor vielen Jahren in seinem Bürkel-Portrait bemerkt hatte, einige Zeichnungen und Skizzen leider nicht sorgfältig genug gelagert wurden. Einiges musste aufwendig restauriert werden.
Trotz Notzeiten hatte vor allem die Mutter Heinrich Bürkel den Umzug nach München und den Start ins Künstlerleben dort ermöglicht – und das obwohl man sich in Pirmasens nicht vorstellen konnte, dass ein Maler von seiner Kunst leben könne. Und als Bürkel, später durch seine Malerei reich geworden, zum ersten Mal selbst Geld ins Elternhaus geschickt hatte, sorgte sich die Mutter in einem Brief, ob ihr Sohn auch nichts Unrechtes getan habe.
Jörg Meißner, Kulturamtsleiter und Kurator der Ausstellung, sprach in seiner Einführung von einer repräsentativen Auswahl von Werken Bürkels aus dem umfangreichen Fundus der Stadt, die in der Alten Post zu sehen sei. Das Konzept der Ausstellung zeige den Künstler eingebettet in seine Zeit und auch die Entwicklung des Malers. Verschiedene Schaffensphasen würden im Kontext ihrer Zeit dargestellt, Zeitgenossen kämen zu Wort.
Die Einflüsse der alten Meister, vor allem die Niederländer, die Bürkel sehr intensiv studierte, sei gut nachvollziehbar, zeigte sich Meißner überzeugt. Vor allem das aufstrebende Bürgertum Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Gefallen an den genrehaften Motiven Bürkels gefunden, die alpine Bauernwelt und die Landschaften Italiens und das einfache Leben dort. Bürkel, auch gut in der Vermarktung seiner Werke, wurde sehr bekannt.
Der Maler Heinrich Bürkel sei leider in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten, sagte Meißner. Die Ausstellung im Forum Alte Post werde dazu beitragen, Bürkel wieder mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. (mfu)