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Lokalsport 01.03.2014

Röchling Völklingen gefährlich wie der HSV

Fußball: FK Pirmasens gegen verstärkten Tabellenletzten - Niklas Kupper will zweiten Titel in Folge

Vorbereiter: Der Ball liegt im Tor und Niklas Kupper freut sich über seine Vorlage zum 2:1 durch Andreas Haas gegen TuS Mechtersheim. (Foto: Reiser)

Tabellenerster gegen Schlusslicht der Liga: Auf den ersten Blick hätte Fußball-Oberligist FK Pirmasens heute im ersten Spiel des neuen Jahres keinen leichteren Gegner als den Tabellenletzten Röchling Völklingen erwischen können. Wie trügerisch diese Ausgangslage aber sein kann, zeigte vergangenes Wochenende das Bundesligaspiel Hamburger SV gegen Borussia Dortmund, als die krisengeplagten Norddeutschen unter ihrem neuen Trainer Mirko Slomka mit einem 3:0-Sieg überraschten.

Deswegen hat FKP-Trainer Peter Tretter seinen Spielern klar gemacht, wie gefährlich die Konstellation ist. "Jeder rechnet damit, dass wir gewinnen", sieht er die leichtere Aufgabe beim neuen Völklinger Trainer Günter Erhardt. Zumal dessen mit fünf neuen Spielern verstärkte Mannschaft, darunter der vom FKP gewechselte Xavier Novic und Pascal Stelletta von Borussia Neunkirchen, deutlich an Qualität im Vergleich zur Vorrunde gewonnen habe.
Die Gefahr, dass ausgerechnet Novic sein Team zum Sieg in Pirmasens schießt, besteht nach PZ-Informationen nicht. Beim Wechsel in der Winterpause soll vereinbart worden sein, dass der Franzose im Spiel gegen den FKP nicht eingesetzt werden darf. Im Gegensatz zu Völklingens Geschäftsführer Wolfgang Volontieri wollte Trainer Günter Erhardt das nicht bestätigen. "Er ist spielberechtigt und wenn ich ihn einsetze, wird halt eine zusätzliche Ablösesumme fällig."
Wie schnell es gehen kann, im ersten Spiel nach einem Vereinswechsel für seine neue Elf zu treffen, weiß Niklas Kupper. Am 13. August 2013, wenige Tage nach seinem Wechsel vom SVN Zweibrücken zum FKP, traf er im ersten Spiel gegen Röchling Völklingen nach nur zwei Minuten zum 1:0. "Das war ein Kopfballtor und das ist bei mir selten", lacht der 22-Jährige im Rückblick. Die vier weiteren Tore in dieser Saison hat er alle mit den Füßen erzielt. Bis Rundenende will er seine Bilanz auf zehn Treffer verbessern.
Entscheidender sei aber der Erfolg mit der Mannschaft. Und da ist der schnelle und dribbelstarke Linksaußen zuversichtlich. Nachdem Niklas Kupper im vergangenen Jahr mit dem SVN Zweibrücken souveräner Oberligameister wurde, hält er auch den Titelgewinn mit dem FKP für möglich. Die Aussicht, in die Regionalliga aufzusteigen, sei besonders attraktiv, weil der 1. FC Saarbrücken wahrscheinlich aus der 3. Liga in die Regionalliga absteigt. "Solche Spiele reizen zusätzlich", blickt Kupper voraus.
In der Winterpause sah es lange danach aus, dass der 22-Jährige vom Hochstellerhof dem FKP in nächster Zeit nicht mehr zur Verfügung steht. Im Derby gegen den SC Hauenstein wurde er so schwer gefoult, dass das Syndesmoseband (oberes Sprunggelenk stabilisierendes Band zwischen Schien- und Wadenbein) gerissen ist. Eine anfangs in Betracht gezogene Operation war nicht notwendig, aber eine Zwangspause von zwölf Wochen. Niklas Kupper ist erst seit dreieinhalb Wochen wieder im Mannschaftstraining. Reicht da die Kraft für ein ganzes Spiel? "Ich wiege ja nur 65 Kilo und bin jung", erklärt der Spieler, warum er sich 90 Minuten zutraut. Er hätte aber auch nichts dagegen, "wenn wir nach 70 Minuten 2:0 führen und der Trainer mich dann auswechselt".
Peter Tretter und die nicht immer einfache Arbeit mit der Mannschaft wird von Niklas Kupper in höchsten Tönen gelobt. "Unter ihm blühe ich auf", freut sich der Spieler über das Vertrauen seines Trainers. "Bei ihm muss ich keine Angst haben, nach einem Fehlpass gleich rausgenommen zu werden." Das sei beim SVN Zweibrücken unter Trainer Peter Rubeck ganz anders gewesen.
Rubeck, mit dem sich Kupper auch heute noch gut versteht, hat schon vor Jahren das Talent entdeckt. Im ersten Jahr als A-Junior bei der Spielgemeinschaft Rieschweiler/Fehrbach gab es den ersten Kontakt. Doch wegen seiner Ausbildung zum Industriekaufmann bei Kennel & Schmenger verzichtete Niklas Kupper damals auf einen Wechsel und nahm als Aktiver den Umweg über zwei Jahre beim Bezirksligisten VB Zweibrücken. Erst danach ging es für ein Jahr zum SVN. Angefangen hat Niklas Kupper als Fußballer bei der SG Grenzland unter seinem Vater als Trainer. In der C-Jugend war er für zwei Jahre beim FKP.
Peter Tretter betont, wie wichtig Niklas Kupper für die Mannschaft ist und das nicht nur wegen seiner Tore, sondern auch seiner unbekümmerten Art auf dem Platz. Besonders gut gefällt ihm das Zusammenspiel mit Torjäger Andreas Haas. Beide ergänzten sich schon beim SVN Zweibrücken.
Personell sieht es für den FKP besser aus als zuletzt erwartet. Alexander Heinze und Patrick Hildebrandt sind bereit, genau wie Sebastian Reinert und Patrick Freyer - wenn auch nicht bei 100 Prozent ihrer Leistung.
Günther Erhardt sah sich in Völklingen vor einer Herkulesaufgabe. Aus einer Restanhäufung von zehn bis zwölf Spielern galt es eine oberligataugliche Mannschaft zu formen. Mit fünf neuen Spielern sei in der Winterpause viel Qualität dazugekommen. Dies sei auch notwendig gewesen, liegen die Saarländer mit den wenigsten Toren und den meisten Gegentreffern auch in dieser Bilanz am Tabellenende.