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Stadt Pirmasens 16.05.2018

Stilgenbauer: Feuerwehr ist einsatzfähig

Turbulenzen um hauptamtlichen Inspekteur – 44 ehrenamtliche Kräfte quittieren Dienst

„Die Feuerwehr war und ist jederzeit einsatzfähig, andere Meldungen stimmen nicht“, stellte Beigeordneter Jürgen Stilgenbauer (Freier Wählerblock) gestern unmissverständlich klar. Er bestätigte jedoch, dass es eine Liste mit den Namen von 44 ehrenamtlichen Feuerwehrleuten gibt, die den Dienst quittiert hätten. Davon hätten 16 ihren Einsatzmelder zurückgegeben.

Der Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz und künftige hauptamtliche Stadtfeuerwehrinspekteur, Karl-Heinz Bär, ergänzte, dass vorsorglich die Feuerwehren Lemberg und Rodalben und die Profine-Werksfeuerwehr informiert worden seien, um bei einem größeren Einsatz mitzuhelfen. Am Montagabend hatten Beigeordneter Stilgenbauer und der scheidende ehrenamtliche Feuerwehrinspekteur Björn Sommer die Feuerwehrleute in einer fast dreistündigen, teilweise sehr emotional geführten Sitzung über die Reformpläne informiert. Doch nicht alle der ehrenamtlichen Kräfte hätten sich von den Argumenten überzeugen lassen, berichtete Stilgenbauer gestern. Ihn wurmt insbesondere, dass die Liste bereits vor dem Zusammentreffen erstellt wurde. In den nächsten Wochen würden die Verantwortlichen versuchen, die Feuerwehrleute zurückzuholen. Der Beigeordnete ist zuversichtlich, dass dies in den meisten Fällen gelingen wird.
Mögliche Ängste bei den 90 freiwilligen Kräften könne er nicht nachvollziehen, sagte Stilgenbauer. Denn der Mannschaft werde nichts abgenommen. Vielmehr gebe es mit einem hauptamtlichen Inspekteur und mit einem zusätzlichen Mitarbeiter eine deutliche Entlastung von den gestiegenen Verwaltungsaufgaben. Die Feuerwehr könne sich dann auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren. „Keiner geht zur Feuerwehr, um Verwaltungsaufgaben zu machen“, sagte Stilgenbauer zu den mittlerweile sehr breiten Dokumentationspflichten.
Ein Vertreter der 16 Floriansjünger, die ihren Alarmmelder zurückgegeben haben, sagte gegenüber der PZ, die Mannschaft sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Gerne hätte sie den Inspekteur gewählt. Er habe nichts gegen Karl-Heinz Bär, möglich wäre aber auch eine Lösung aus der Mannschaft heraus mit einer der 18 hauptamtlichen Kräfte gewesen. Er sei mit Leib und Seele seit langen Jahren Feuerwehrmann und würde gerne weitermachen.
Die gestiegenen Belastungen sind der Grund für den Amtsverzicht von Björn Sommer, der noch für fünf Jahre gewählt war. Täglich sei er zu seinem Beruf in Neustadt gefordert gewesen. Die Feuerwehrbüroarbeit habe er dann meistens sonntags erledigt. Für seine junge Familie und Regneration sei kaum noch Zeit geblieben. Er habe den Beigeordneten Stilgenbauer deshalb gebeten, nach Lösungen zu suchen. Er werde als einfacher Feuerwehrmann weiter zur Verfügung stehen, sagte Sommer, der seit 26 Jahren bei der Wehr ist.
Die Lösung, wir hatten darüber am 9. Mai ausführlich berichtet, sieht folgendermaßen aus: Karl-Heinz Bär, seit sieben Jahren Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz, wird zum 1. Juli auch hauptamtlicher Stadtfeuerwehrinspekteur. Er wird von der Stadt ernannt und kann daher nicht von den Feuerwehrleuten gewählt werden. Das sei juristisch geprüft worden, versicherte Oliver Minakaran, der Leiter des Hauptamts. Stellvertretender Inspekteur bleibt Andreas Kneib. Er ist noch für fünf Jahre gewählt. Um die ehrenamtliche Komponente zu unterstreichen, soll die Mannschaft aus ihrem Kreis noch einen zweiten Stellvertreter wählen.
Das letzte Wort hat jetzt der Stadtrat. Am Montag, 18. Juni, soll das Gremium die neue Feuerwehrstruktur mit dem hauptamtlichen Inspekteur Karl-Heinz Bär an der Spitze beschließen. Der scheidende Feuerwehrchef Björn Sommer räumte offen ein, dass er mit diesem Widerstand nicht gerechnet habe. Das gehe ihm sehr nahe. Einig war er sich mit Stilgenbauer und Bär, dass bei der Feuerwehr viele Emotionen im Spiel seien. Stilgenbauer sagte, das könne er nachvollziehen. Denn die Männer und Frauen seien mit Herzblut dabei, opferten viel Freizeit und riskierten immer wieder auch Leib und Leben. (pio)