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Lokalsport 10.12.2016

Über 1 000 Kilometer pro Woche für „die Klub“

Fußball: Can Özer pendelt aus Mainz zum FK Pirmasens

Gelassen: Das Ziehen am Trikot durch den Offenbacher Dren Hodja (links) bringt den FKP-Spieler Can Özer nicht aus der Ruhe. (Foto: Reiser)

Er ist der Marathon-Mann beim Fußball-Regionalligisten FK Pirmasens: Can Özer. Der 26-Jährige ist schon auf dem Weg zum Training, während seine Mannschaftskollegen noch nicht einmal ihre Sporttasche gepackt haben. Und nach dem Training ist er noch auf dem Heimweg, während die anderen FKP-Spieler schon längst wieder zu Hause sind.

Özer wohnt und arbeitet in Mainz. Von dort fährt er zu jedem Training und Spiel nach Pirmasens: 105 Kilometer einfache Strecke – 210 Kilometer hin und zurück. In Kaiserslautern schließt er sich der Fahrgemeinschaft der FKP-Spieler aus der dortigen Region an. Zu all den Kilometern kommen heute noch rund 175 dazu. Denn der FKP spielt beim VfB Stuttgart II.
Bei vier Mal Training und einem Spiel kommen für Can Özer pro Woche über 1 000 Kilometer und zehn Stunden im Auto zusammen. Viel Aufwand, aber nicht zu viel für den Mann, dessen Lieblingsposition hinter den Stürmern ist und der das Spiel mit seinen Pässen aufbaut: „Mir macht das nichts aus, weil es mir ja Spaß macht“, sagt der torgefährliche Spieler, der keinen Grund sieht, den FKP nach Saisonende zu verlassen. Selbst bei einem Abstieg in die Oberliga – mit dem er aber nicht rechnet – kann er sich vorstellen, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag zu verlängern. Das ist umso bemerkenswerter, weil der Deutsch-Türke im vergangenen Jahr mit 26 Treffern beim Oberligisten TSV Schott Mainz eine feste Größe war, beim FKP aber keinen Stammplatz sicher hat. Beim 1:0-Sieg in der Vorrunde gegen den VfB Stuttgart II spielte er erstmals für den FKP und stand auch in den folgenden sechs Spielen in der Startelf. Warum er danach nur noch sporadisch zum Einsatz kam, weiß er nicht. „Ich habe mich in keinem Spiel richtig schlecht gesehen“, sagt Özer und liefert eine mögliche Erklärung gleich mit. Im Kader sind viele Offensivspieler und die bekämen alle Spielzeit.
Die Entscheidung seines Trainers Peter Tretter hat er akzeptiert, aber nicht resigniert. Spätestens mit seiner Leistung vor einer Woche beim 2:0-Sieg gegen Kickers Offenbach hat sich Can Özer zurück in die Startelf gespielt – obwohl er eine 100-prozentige Torchance vergeben hat.
„Can Özer wird heute von Beginn an spielen.“ So viel verrät Trainer Peter Tretter schon. Den Spieler, den er vor allem wegen der Torgefahr aus der zweiten Reihe geholt hat, lobt er als „begnadeten Fußballer mit sehr guter Schusstechnik“. Inzwischen habe er verinnerlicht, auch nach hinten zu arbeiten. Was ihm noch fehle, sei eine Leistungskonstanz auf hohem Niveau über mehrere Wochen. Damit sei er aber nicht allein. Auch Spieler wie Felix Bürger und Christian Grimm hätten noch zu viele Schwankungen in ihrem Spiel.
Die fehlende Konstanz trifft beim FKP nicht nur auf einzelne Spieler zu. Das zeigt sich an den Ergebnissen. „Nach einer anstrengenden Arbeitswoche ist man am Samstag zum Spiel vielleicht mal nicht so frisch“, kennt Can Özer eine mögliche Erklärung. Spieler anderer Mannschaften könnten sich im Gegensatz zu den arbeitenden oder studierenden FKP-Spielern ausschließlich auf Fußball konzentrieren. „Die Stuttgarter arbeiten nicht, trainieren zweimal am Tag und sind alle frisch“, sagt Can Özer, der als Veranstaltungstechniker bei der Schott AG in Mainz sein Geld verdient. Dennoch ist er für das Spiel heute beim VfB-Talentschuppen zuversichtlich. „Wir sind alle gut drauf und wenn wir so spielen wie gegen Kickers Offenbach holen wir mindestens einen Punkt. Dann lassen wir die Stuttgarter hinter uns und können beruhigt in die Winterpause gehen.“
Zum Spiel: FKP-Trainer Peter Tretter sieht seine Mannschaft im Vergleich zur Vorrunde in der Pflicht. Im Sommer standen nach den ersten fünf Spielen sieben Punkte, jetzt sind es nach den ersten vier Rückrundenspielen nur drei Punkte. Ein Unentschieden ist das Minimalziel.
Nicht dabei sind heute die verletzten Spieler Benjamin Auer (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Sebastian Reinert, Jonas Singer und Ersatztorwart Mirko Bitzer. Für ihn sitzt Oliver Seitz auf der Ersatzbank. Auer-Ersatz Charles Rugg konnte wegen Rückenproblemen diese Woche nur einmal trainieren, genau wie Innenverteidiger Alexander Heinze, den Schmerzen im Beckenbereich plagen. Im Kader dabei sind aus der U 23 Torjäger Christopher Ludy, Yannick Osee und Yannick Grieß.
Der FKP wird in der Winterpause zwar den Spielermarkt beobachten, ob der Verein aber aktiv wird, ist fraglich. Vorrang hat die Rückkehr der Verletzten Sascha Hammann, Auer und Reinert sowie die Übernahme von Grieß und Osee in den Regionalliga-Kader.
Am Rand: FKP-Co-Trainer Jens Schaufler ist am Freitag Vater eines gesunden Jungen geworden.