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Landkreis Südwestpfalz 12.10.2018

Verein und Gemeinde streiten um Baumfällungen am Sportplatz

Rieschweiler-Mühlbach: Spielgemeinschaft sieht Gefahr für neuen Kunstrasen

Stein des Anstoßes sind die Problembäume am neuen Kunstrasenplatz der Spielgemeinschaft Rieschweiler-Mühlbach. (Foto: F. Schwarz)

Das hat sich die Spielgemeinschaft Rieschweiler eigentlich ganz anders vorgestellt: Mit dem neu errichteten Kunstrasenplatz wollte der Fußballverein sicher gehen, jederzeit mit seinen Mannschaften trainieren zu können. Doch nun weht der Wind unablässig Laub ins „Christoph-Weis-Stadion an der Dicken Eiche“ und auch der Eichenprozessionsspinner macht der SGR Sorgen. Zudem lassen Ortsgemeinde, Kreisverwaltung und Landesbetrieb Mobilität (LBM) nicht zu, mehr als zwölf Bäume zu fällen.

SüDWESTPFALZ. „Wir sind stinke sauer“, schimpft SGR-Präsident Rolf Weis. Grund für die Verärgerung im SG-Lager ist die gemeinsame Entscheidung des Ortbürgermeisters Heino Schuck, der Ortsgemeinde, der Kreisverwaltung und des LBM, dass rund um den Kunstrasenplatz nur zwölf Bäume gefällt werden dürfen. In den Augen von Rolf Weis viel zu wenig, er würde am Liebsten, vor allem an der Straßenseite, alle Bäume entfernen lassen. Dieser Meinung ist auch Vorstandskollege Pascal Frank. „Mit dem Wind in den letzten Tagen war gerade auf dieser Seite fast 40 Prozent des Platzes mit Laub bedeckt. Laub ist eine Katastrophe für unseren Platz und kann die Lebensdauer massiv negativ beeinflussen, da diese sehr von Umwelteinflüssen abhängig ist“, berichtete Frank. Täglich müsse der Platz mittels Laubbläsern gesäubert werden.
Wenig Verständnis für die Aufregung hat dagegen Reiner Peschel, zweiter Beigeordneter der Gemeinde. Der vertritt derzeit den in Urlaub befindlichen Ortsbürgermeister. „Es wurde bereits im Februar im Rat beschlossen, dass zwölf Bäume gefällt werden. Allerdings unter der Prämisse: Entweder macht das die Gemeinde und vermarktet das Holz, sodass die Aktion kostenneutral bleibt, oder die SGR sieht selbst zu, dass die Bäume wegkommen“, sagt Peschel. Die Gemeinde habe es nicht ohne draufzulegen stemmen können und die SGR habe dann gesagt, sie würde mithilfe eines Sponsors fällen. „Passiert ist lange nichts und jetzt haben wir Herbst und der Aufschrei ist groß“, berichtet Peschel.
Am liebsten würde die SGR laut dem Beigeordneten weit mehr als die zwölf Bäume fällen. Doch das sei nicht so einfach. Einerseits gebe es Einwände von der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung. Zweitens liege der Platz an einem Hang, „und da sind die Bäume eben auch wichtig, damit der Boden befestigt ist.“ Und zu guter Letzt habe sich auch der Landesbetrieb Mobilität eingemischt. Der Platz liegt nämlich nahe der Landesstraße 477. „Würde man da jetzt großflächig fällen, dann würde das Licht bei Flutlichtspielen mitunter Autofahrer blenden, da wäre also ein Verkehrsrisiko“, sagt Peschel. Das alles habe dazu geführt, dass man sich gegen eine weitere Baumfällung ausgesprochen habe.
Verständlicherweise unternimmt die SGR alles, damit dem Platz kein Schaden entsteht, kostete dieses Projekt doch über 550 000 Euro. „Selbst für den zuständigen Förster, Herrn Grieß, wäre es kein Problem, wenn alle Bäume fallen würden“, informiert Vorstandsmitglied Tobias Weis. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht hat der Förster da recht. Da stehen keine Bäume mit wertvollem Holz“, so Peschel.
Als im Baumbestand zwar keine lebenden Tiere, aber noch die verlassenen Nester des gefährlichen Eichenprozessionsspinners gefunden wurden, schrillten bei der SGR alle Alarmglocken. „Auch die Haare dieser Tiere sind gefährlich und es gehen immer wieder Kinder runter und holen Bälle“, sagt Frank. „Da sind zwar Nester des Eichenprozessionsspinners, aber nur vereinzelt. Das legitimiert aber nicht, dass da jetzt im weiten Umkreis alle Eichen um gemacht werden“, so Peschel. Die Situation müsse man im Auge behalten und gegebenenfalls mit Spritzmitteln oder ähnlichem angreifen. Das wiederum geschieht im Frühjahr, bevor sich die Raupen verpuppen.
So oder so: Die Situation ist verfahren und emotional aufgeladen. Deshalb gibt es am Mittwoch, 17. Oktober einen Termin zwischen Ortsgemeinde, Kreisverwaltung, LBM und Verein im Sportheim. „Wir müssen da miteinander reden und sehen, wie wir das lösen“, erklärt Peschel. Er betont aber auch: „Wir unterstützen die SGR seit Jahren, betreiben ja auch den Naturrasenplatz. Das sollte man vielleicht auch mal sehen.“ Ihm wäre am liebsten, es würde ein bisschen Schärfe aus der Diskussion genommen. (dab/fls)