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Landkreis Südwestpfalz 11.10.2018

Wer folgt Kurt Pirmann als Oberbürgermeister ?

Am Sonntag Stichwahl zwischen Christian Gauf und Marold Wosnitza

Kämpfen am Sonntag um den Oberbürgermeisterposten der Stadt Zweibrücken. Marold Wosnitza (SPD) und Christian Gauf (CDU). (Foto: Archiv/Betz)

Am Sonntag, 14. Oktober, kommt es in Zweibrücken zur Stichwahl zwischen Marold Wosnitza (SPD) und Christian Gauf (CDU) um das Amt des Oberbürgermeisters. Im ersten Wahlgang hatte sich Wosnitza recht deutlich mit 42,7 Prozent der Stimmen vor dem amtierenden Bürgermeister Christian Gauf (36,4 Prozent) durchgesetzt. Die anderen vier Kandidaten empfehlen allesamt Gauf ihren Wählern.

SüDWESTPFALZ. Eigentlich hätte in Zweibrücken in diesem Jahr gar kein Oberbürgermeister gewählt werden sollen. Doch der bisherige Amtsinhaber Kurt Pirmann war im Sommer überraschend gestorben, sodass nun eben doch an die Wahlurnen gerufen wird. Im ersten Wahlgang traten neben Wosnitza und Gauf auch die drei Parteilosen Atilla Eren (13,3 Prozent), Andreas Wente (2,7 Prozent) und Thomas Kewel (0,7 Prozent) sowie AfD-Mann Klaus Peter Schmidt (4,2 Prozent) an.
Gauf erhält die Unterstützung aller Verlierer. Sie sprachen unabhängig voneinander Wahlempfehlungen für Gauf aus. Außerdem hat die Satirepartei Die Partei ihre Wahlempfehlung via Facebook höchstbietend versteigert. Auch hier erhielt die CDU den Zuschlag. Ein anonymer Spender ließ einen „Betrag im zweistelligen Bereich“ springen, wie die Partei mitteilte. Daher empfiehlt auch sie nun Gauf. Die Empfehlung ist dabei ziemlich vergiftet: „Wir sind der Meinung, niemand könnte diese Stadt besser vertreten als Christian Gauf: Ein konservativer Mann ohne fortschrittliche Ziele, dem man sein jugendliches Lächeln abkaufen kann, wenn man seine leeren und hoffnungslosen Augen und seinen Fetisch für den Status quo ignoriert. Christian Gauf - unser OB für ZW!“
Etwas ernster meint es dagegen die Linke, die sich bereits vor dem ersten Wahlgang klar positionierte und Wosnitza unterstützt.
In den eigentlich sehr sachlich geführten Wahlkampf brachte ausgerechnet der CDU-Landtagsabgeordnete und Fraktionssprecher der Union im Stadtrat, Dr. Christoph Gensch, ziemliche Unruhe. Grund hierfür ist der zweite Beigeordnete der Stadt, Benno Pirmann (SPD). Der hatte vor dem ersten Wahlgang einen Krankenschein und für die Herbstferien – übrigens schon Ende 2017 als eine Wahl noch gar nicht absehbar war – Urlaub eingereicht. Nun warf Gensch der SPD vor, dass Gauf dadurch ganz allein den Stadtvorstand vertrete – neben seinem Job vertritt er ja seit Monaten den Oberbürgermeister und nun auch den Beigeordneten – und durch diese enorme Belastung sei ein Wahlkampf für den CDU-Mann enorm erschwert.
Pirmann verwies auf die Antragsstellung seines Urlaubes und darauf, dass er über die Ferien seine pflegebedürftige Tochter zuhause betreue. Gerade deshalb wiederum waren in den sozialen Netzwerken einige Zweibrücker Genossen erzürnt, dass man Benno Pirmann, zumindest zwischen den Zeilen, Vorwürfe machte. Inzwischen hat er seinen Urlaub verkürzt und die Episode wird als weitere kleine Provinzposse in der nicht an Possen armen Zweibrücker Stadtpolitik eingehen. Dass das tatsächlich den Wahlausgang beeinflussen wird, gilt aus unwahrscheinlich.
Grundsätzlich stellen sich die beiden Kandidaten sehr unterschiedlich dar. Wosnitza setzt auf frische Ideen, eine deutlich verbesserte Kommunikation mit Mitarbeitern, Stadtrat und Bürgern. Gauf dagegen setzt auf Kontinuität und beschwört seine Erfahrung im Amt als Argument für seine Wahl. Auffällig: Beide Kandidaten wollen die Wirtschaftsförderung in eine eigene Gesellschaft, unter dem Dach einer der städtischen Tochterunternehmen, neu aufstellen. Beide haben dies als zentralen Schwachpunkt des Wirtschaftsstandortes Zweibrücken ausgemacht und dies wurde zuletzt ja auch durch eine IHK-Umfrage unter Unternehmern bestätigt.
Im Moment deutet vieles darauf hin, dass Wosnitza die Wahl gewinnen wird. Der Professor der Erziehungswissenschaften kommt bei den Zweibrückern an, auch weil er ihre Sprache spricht, neue Ideen einbringt, und vor allem einen neuen Kommunikationsstil etablieren will. Gauf dagegen spricht vor allem die Stammwählerschaft der CDU an, scheint es aber nicht zu schaffen, darüber hinaus Stimmen zu sammeln. Und die Wahlempfehlungen könnten am Ende nicht viel wert sein: Denn vor allem die Wähler Erens sowie der AfD dürften am Sonntag zuhause bleiben. Sie gelten als Nicht- und Protestwähler, die sich bei der Stichwahl enthalten werden. So oder so: Spannend wird es allemal am Sonntag.